Fernbus-Station Brüssel: Flüchtling überfahren

Am vergangenen Wochenende ist es am Brüsseler Nordbahnhof zu einem tragischen Unfall gekommen. Ein junger Flüchtling hatte versucht, sich unter einem Reisebus der Fernbusgesellschaft Flixbus festzuhalten, um vermutlich so in Richtung Großbritannien zu gelangen. Doch nur kurz nach der Abfahrt verlor der junge Mann den Halt, fiel herunter und wurde von einem dem Bus folgenden Fahrzeugen überrollt.

Augenzeugen hatten den Vorfall gemeldet und den Rettungsdienst gerufen. Ein Krankenwagen brachte den jungen Mann noch ins Sint-Jans-Krankenhaus von Brüssel, doch dort erlag er seinen schweren Verletzungen. Der Busfahrer hatte den Unfall nicht bemerkt und konnte erst kurz vor dem Grenzübertritt nach Frankreich von der Polizei angehalten werden.

Der Flixbus war auf dem Weg von Brüssel nach Calais an der französischen Nordseeküste. Offenbar wollte der junge Mann, ein 17 Jahre alter Sudanese, von dort aus nach Großbritannien gelangen. Doch er verlor den Halt unter dem Bus, fiel auf die Straße und wurde von einem anderen Auto überfahren.

Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten weist der Vorfall darauf hin, dass sich die Flüchtlingsfrage im Maximilianpark in der Nähe des Brüsseler Nordbahnhofs und des Ausländeramtes wieder verschärft.

Bürgerinitiativen verteilen derzeit bis zu 700 Mahlzeiten an die sich dort aufhaltenden Flüchtlinge. Hunderte Menschen schlafen dort in Zelten, unter freiem Himmel oder im Schutz von leeren Kartons aus den nahegelegenen Einkaufsstraßen. Auch im Brüsseler Nordbahnhof suchen wieder viele Flüchtlinge Schutz. Nach Angaben von Sicherheitsbeamten kommen täglich mehr Flüchglinge in den Bahnhof.

Inzwischen sollen auch Menschenschmuggler dort und im Maximilianpark aktiv sein, die Flüchtlinge auf die britischen Inseln bringen (wollen).

Flixbus fordert die Behörden

Nach dem dramatischen Vorfall fordert die Fernbusgesellschaft Flixbus schärfere Kontrollen an der Busstation am Brüsseler Nordbahnhof. Jeden Tag versuchten Flüchtlinge auf die eine oder andere Art und Weise in einen der Flixbusse zu steigen, die nach Großbritannien, bzw. London fahren.

Bei Flixbus heißt es dazu, die Menschen würden versuchen, sich unter den Fahrzeugen zu verstecken oder im Gepäckraum und sogar in größeren Gepäckstücken.

Trotz eigener Wach- und Sicherheitsleute, Spürhunden oder speziell gecoachten Fahrern bleibe dieses Problem akut. Jetzt fordert Flixbus mehr Polizei an den Haltestellen in Brüssel, an denen die Gesellschaft Fahrgäste zu- oder aussteigen lässt.