Belgische Wissenschaftler finden genauen Alzheimer-Mechanismus

Ein Forscherteam der Katholischen Universität von Löwen und des Flämischen Instituts für Biotechnologie haben den Mechanismus hinter der Krankheit Alzheimer vollständig entziffert. Die Krankheit wird durch so genannte Plaques, Eiweißablagerungen im Gehirn verursacht. Die Löwener Wissenschaftler haben jetzt die genauen Zusammenhänge erforscht, wie die Eiweißansammlungen zustande kommen.
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Es war der deutsche Psychiater Alois Alzheimer, der bereits 1906 bei einer an Demenz erkrankten Patientin nach dessen Tod im Gehirn Eiweißablagerungen fand. Die technische Bezeichnung, die Alzheimer der Ablagerung gab, wird auch heute noch verwendet: Amyloide Plaques. Später wurde auch die Krankheit nach ihm benannt.

Amyloide Plaques führen zum Absterben von Nervenzellen und verursachen somit Gedächtnisverlust. Alzheimer ist eine Krankheit und bislang gibt es keine Behandlung, mit die Krankheit geheilt werden kann.

Erbliche und nicht erbliche Variante

Inzwischen wissen wir, dass zwei Varianten der Alzheimer-Krankheit existieren: Eine erbliche Variante der Krankheit und eine nicht erbliche. Die nicht erbliche Variante kommt häufiger vor, aber die Forschung konzentriert sich vor allem auf die erbliche Variante. Wissenschaftler gehen davon aus, dass es einfacher ist, die erbliche Variante zu erforschen. Mögliche Arznei für die erbliche Variante würde dann hoffentlich auch bei der nicht erblichen Variante helfen.

Für die erbliche bedingte Form von Alzheimer wurden inzwischen zwei genetische Mutationen gefunden. Doch die Beziehung zwischen den genetischen Defekten und den Plaques war noch nicht ganz eindeutig. Die Forscher der KU Löwen und des Flämischen Instituts für Biotechnologie haben diesen biochemischen Prozess jetzt vollständig ergründet.

Jetzt, da der molekulare Mechanismus hinter Alzheimer genau erforscht ist, können Wissenschaftler auch besser nach Lösungen suchen.