2016 deutlich weniger Morde in Brüssel

Polizei und Justiz in Brüssel haben im vergangenen Jahr 22 Mordfälle untersucht. Das ist die niedrigste Zahl an Ermittlungen zu Tötungsdelikten, die jemals bearbeitet wurden. Medienberichten zufolge setzt sich dieser Trend auch im laufenden Jahr fort. Es mag seltsam klingen, doch die Polizei geht davon aus, dass diese Entwicklung auch etwas mit dem aktuell herrschenden „Terrorklima“ zu tun hat.

Nach Ansicht von Leiter des Polizeikommissariats für Kriminalität der Brüsseler Polizei, Jean-Marie le Moine, hat die Präsenz von Uniformierten in der belgischen Hauptstadt damit zu tun: „Die Anwesenheit der Polizei und auch von Soldaten im Straßenbild ist meiner Ansicht nach eine Erklärung dafür.“

Seit dem Polizisten und Soldaten zur Terrorabwehr in den Straßen des Brüsseler Stadtzentrums patrouillieren, ist übrigens auch die Zahl der Ladendiebstähle zurückgegangen.

Nach Meldungen der flämischen Tageszeitungen De Morgen und Het Laatste Nieuws sind die Zahlen bezüglich der Morde in Brüssel trotzdem etwas zu relativieren. So sind die Mordopfer in Fällen, in denen die oder der Täter unmittelbar danach bekannt wurden, z.B. bei Familiendramen, in den vorliegenden Statistiken nicht berücksichtigt.

Derzeit werden 65 % aller Mordfälle in der belgischen Hauptstadt aufgeklärt. Damit liegen die hiesigen Mordkommissionen im Vergleich zu anderen großen Städten im „guten Durchschnitt“, wie es dazu heißt.