Integration: Lufthansa, Eurowings und Brussels

Die Integration von Eurowings und Brussels Airlines in der Lufthansa-Gruppe nimmt langsam Formen an. Ab Herbst übernimmt die Lufthansa-Billigflug-Tochter Eurowings mehrere Flüge zwischen Brüssel-Zaventem und Berlin Tegel, wie aus den Flugplänen der Gruppe ersichtlich ist und wie Fachmedien in Belgien und Deutschland in diesen Tagen dazu melden.

Ab Oktober übernimmt Eurowings an sechs Verkehrstagen zwei Flüge pro Tag (jeweils morgens und abends) auf der Linie Brussels Airport-Berlin Tegel. Dabei setzt die Lufthansa-Low-Cost-Tochter einen Airbus A319 aus einem Pool von 38 Air Berlin-Maschinen ein, die sie seit Jahresanfang bei dieser Fluggesellschaft least. Diese Airbusse werden in erster Linie von den Lufthansa-Töchtern Eurowings und Austian Airlines eingesetzt.

Ab 2018 wird Brussels Airlines in die Lufthansa-Gruppe als Teil von Eurowings integriert. Seit Ende 2016 besitzt die Lufthansa auch die letzten 55 % Anteile an der belgischen Fluggesellschaft. Laut der deutschen Fach-Webseite airliners.de werden die Berlin-Flüge vorerst bis März 2018 von Eurowings übernommen, um die möglichen Synergie-Vorteile ausloten zu können, wie die belgische Webseite „Up in the Skyes“ dazu schreibt.

Laut der Fachwebseite aero.de lässt Eurowings die Brüssel-Berlin-Flüge auch mit Crews von Air Berlin durchführen. Brussels Airlines soll im Gegenzug zu diesem Angebot für die Lufthansa-Gruppe häufiger Rom und Bordeaux anfliegen.

Der Markenname Brussels Airlines soll aber verschiedenen Quellen zufolge bestehen bleiben, erhält aber den Zusatz „Mitglied der Eurowings-Gruppe“. Die Lufthansa plant mit der Integration von Brussels Airlines und Eurowings eine Verstärkung der Marktposition des Flugangebotes in Belgien.

Wichtige Afrika-Expertise

Nicht erst seit gestern ist bekannt, dass die Lufthansa deutlich von der BA-Expertise im Bereich Langstreckenflüge von und nach Afrika profitieren kann und will. Seit Sabena-Zeiten verfügt die belgische Fluggesellschaft über ein recht ausgedehntes Netzwerk an Verbindungen zum afrikanischen Kontinent, was auch teilweise aus der Kolonialzeit herrührt.