Archäologen legen Verteidigungsturm frei

Archäologen haben in Geraardsbergen in der Provinz Ostflandern die Reste eines Verteidigungsturms aus dem 13. Jahrhundert freigelegt. Der sogenannte „Pijntoren“, was frei übersetzt „Schmerzturm“ heißt, wurde im Zuge von Grabungsarbeiten der flämischen Landesbehörde für Wasserwege und Seekanäle zur Renovierung des Schleusenkomplexes der Stadt freigelegt.

Dieser Turm wurde damals angelegt, als sich die Stadt Geraardsbergen auf die andere Seite des Flusses Dender ausbreitete. Doch dort war der feuchte Boden nicht dazu geeignet, einen vollständigen Stadtwall anzulegen. Die Bresche, die dadurch in der Stadtmauer freiblieb, wurde seiner Zeit von einem Verteidigungsturm bewacht. Dieser Turm ist das jetzt freigelegte Bauwerk. Wie hoch dieser Turm im 13. Jahrhundert und bis zu seiner Zerstörung war, lässt sich heute wohl nur noch schätzen.

Die Stadt wurde 1690 nach der Belagerung durch die Truppen Ludwigs XIV. besiegt und der Turm wurde danach abgerissen. Zuletzt wurde er wohl nur noch durch die Sieger als Gefängnis genutzt. Daher stammt vermutlich auch der Name „Pijntoren“.

Die Reste und das Fundaments dieses historischen Bauwerks werden in diesen Tagen archäologisch vermessen, katalogisiert und dokumentiert, bevor sie im Zuge der Bauarbeiten der Wasserwegebehörde für immer verschwinden werden. Über dem Fundament des Turms wird bald eine Röhre für die neue Schleusenanlage entstehen. In den kommenden Tagen kann der „Pijntoren“ in Geraardsbergen noch besichtigt werden.