Fipronil: Der Eierskandal weitet sich aus

Nachdem in Belgien und in den Niederlanden Eier, die möglicherweise mit dem chemischen Reinigungsmittel Fipronil belastet waren, aus dem Handel genommen wurden, stieß jetzt auch der Handel in Nordrhein-Westfalen auf solche kontaminierte Produkte. Dies betrifft Eier aus den Niederlanden. Alle betroffenen Geflügelunternehmen wurden von einem Unternehmen aus Flandern beliefert, das Reinigungsmittel speziell für solche Zuchtbetriebe herstellt. Inzwischen geben die belgischen Lebensmittelbehörden Entwarnung in Sachen Gesundheitsrisiko.

Dabei handelt es sich um Poultry-Vision aus der Antwerpener Gemeinde Weelde. Diese Firma belieferte das Reinigungsunternehmen Chickfriend in Barneveld in den Niederlanden, dass z.B. Blutläuse in Hühnerställen und Geflügelzuchten bekämpft. Jetzt steht Poultry-Vision im Verdacht, in ihre Reinigungsmittel Fipronil gemischt zu haben, doch dieses Produkte ist gerade in der Geflügelzucht verboten.

Die belgische Staatsanwaltschaft hat nach Meldungen von mehreren flämischen Tageszeitungen bereits Mitte Juli eine Hausdurchsuchung bei Poultry-Vision durchgeführt und sowohl die belgische Bundesagentur für Lebensmittelsicherheit (FAVV), als auch deren niederländisches Äquivalent sind in dieser Sache aktiv. Beide Behörden geben aber auch an, dass keine Gefahr für die Gesundheit bestehe.

Medienberichten zufolge sollen im belgischen Bundesland Flandern ein Dutzend Geflügelzüchter und in den benachbarten Niederlanden sieben Unternehmen von der Kontaminierung betroffen sein.

Inzwischen untersuchen die beiden Lebensmitteämter den Verlauf der Angelegenheit, die inzwischen auch das benachbarte deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen erreicht hat. Auch hier wurden bereits hunderttausende Eier aus niederländischen Lieferungen aus dem Handel genommen, wie der WDR und einige Tageszeitungen dort berichten. Auch das NRW-Landwirtschaftsministerium gibt an, es bestehe keine Gefahr für die Gesundheit, rät jedoch Kindern, belastete Eier besser nicht zu essen.

Das Insektizid Fipronil wird zur Bekämpfung von Flöhen, Läusen, Schaben, Zecken und Milben eingesetzt. Fipronil kann in hoher Dosis Schäden an Leber, Schilddrüse oder Niere verursachen. In der Geflügelzucht ist dieses Produkt ausdrücklich verboten.

Erste Testresultate entwarnend

Nach den ersten Resultate eigener Tests von Fipronil-Eiern durch die belgische Lebensmittelagentur FAVV ist ersichtlich, dass kontaminierte Eier nicht gesundheitsschädigend sind. Der europäische Schwellenwarnwert sei nicht überschritten worden, gab FAVV-Sprecherin Katrien Stragier am Mittwoch bekannt, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga meldete.

Die FAVV ist bereits seit Anfang Juni davon unterrichtet, dass Eier mit Fipronil verseucht sind und gab diese Meldungen nach ersten eigenen Erkenntnissen am 20. Juli an das European Alert System und an die belgische Justiz weiter. Inzwischen ermittelt die hiesige Justiz in diesem Fall.

Es wurden auch bereits belgienweit Eier aus dem Handel genommen und Unternehmen, die wissentlich oder unwissentlich mit dem Vertrieb von Eiern aus kontaminierten Zuchten zu tun hatten, wurden blockiert. Auf den hiesigen Absatz und die Preispolitik hat der Vorgang noch keinen negativen Einfluss. Es scheint so, als wären die Niederlande stärker von dem Problem betroffen, als Belgien, gab ein Sprecher des Bauernbundes im belgischen Bundesland Flandern dazu zu verstehen.