Hepatitis A breitet sich in Flandern rasch aus

Die Infektionskrankheit Hepatitis A breitet sich im Vergleich zu den Vorjahren wieder rascher in Flandern aus. Beim Gesundheitsamt sind derzeit 230 Fälle von Hepatitis A-Erkrankung bekannt. Das sind doppelt so viele Erkrankungen als in den beiden vergangenen Jahren zusammen, wie die flämischen Landesbehörden dazu melden. Die Krankheit breitet sich in erster Linie bei homosexuelle Männern aus.
BELGA/WAEM(

In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres registrierte die flämische Landesagentur für Pflege und Gesundheit 230 Fälle von Hepatitis A. Zum Vergleich: 2015 wurden 61 Ansteckungen gemeldet und 2016 66 Fälle.

Seit Jahresanfang aber steigt die Zahl der Infektionen mit dieser Krankheit, die die Leber und die Verdauungswege angreift, wieder rapide an. Homosexuelle Männer laufen durch ihre Art der sexuellen Kontakte ein größeres Risiko, damit angesteckt zu werden, als andere Personengruppen, so die Behörden.

Doch ist von diesem Phänomen derzeit bei weitem nicht nur das belgische Bundesland Flandern betroffen. Viele neue Ansteckungen werden auch aus den Niederlanden oder aus Spanien gemeldet.

Dr. Dirk Wildemeersch von der flämischen Gesundheitsagentur sagte dazu, dass Ansteckung nicht vor Grenzen haltmacht: „Innerhalb der Gemeinschaft, in der Männer mit Männer Geschlechtsverkehr haben, gibt es natürlich auch viele internationale Kontakte, auch bei den Gay Prides und anderem mehr. Eine Verbreitung der Krankheit über Grenzen hinweg ist also normal.“

Prävention vor einer Ansteckung mit Hepatitis A ist nach Behördenangaben recht einfach. Man kann sich dagegen impfen lassen. Der Gebrauch von Kondomen schützt hingegen bei sexuellen Kontakten zwischen Männern nicht unbedingt, denn diese können an der Außenseite durchaus beschmutzt sein. Wichtig ist dabei auch eine gute Handhygiene, heißt es als Empfehlung bei Sensoa, ein Verband, der in Sachen Geschlechtskrankheiten nicht nur bei gleichgeschlechtlichen sexuellen Kontakten aufklärerisch aktiv ist.

Doch auch hier ist die wichtigste Empfehlung der Aufruf, sich auf jeden Fall impfen zu lassen. Doch aufgepasst. Hepatitis A kann sich auch auf heterosexuelle Personen übertragen und bei unsauberen, z.B. öffentlichen Sanitäranlagen kann ebenfalls eine Gefahr lauern.