Weniger Rente für den, der ab 50 arbeitslos wird

Die Pläne belgischen Bundesregierung, von Unternehmen eine zusätzliche Abgabe zu fordern, die ältere Arbeitnehmer unter dem sogenannten Modell "Vorruhestand 2.0" frühzeitig nach Hause schicken, stößt auf Kritik. Die Wirtschaft moniert, dass man ältere Mitarbeiter auch ganz einfach so entlassen könnte und die Gewerkschaften führen an, dass die Betroffenen dann weniger Rente bekommen.

„Jobs, Jobs, Jobs!“ Mit diesem einmal mehr angewendeten Ausruf stellte Belgiens Premierminister Charles Michel (MR) das Sommerabkommen seiner Mitte-Rechts-Regierung vor. Doch so langsam werden die Details dieses Abkommens immer deutlicher und die Kritik wächst, sowohl auf Arbeitnehmer-, als auch auf Arbeitgeberseite. Deutlich ist, dass die Regierung die Arbeitnehmer so lange wie möglich arbeiten lassen will. Vorruhestand, Frührente und die Entlassung von älteren Mitarbeitern sollen demnach vermieden werden. Doch zu welchem Preis?

Die Arbeitgeber kritisieren zum Beispiel ein Modell der Regierung, über das ältere Beschäftigte (etwa ab 55) quasi nach Hause geschickt werden und von ihren ehemaligen Unternehmen zwischen 50 und 80 % ihres letzten Gehalts weiterbeziehen. Dies ist nach Ansicht der Regierung billiger, als die Betroffenen lange arbeiten zu lassen. Das Modell „Vorruhestand 2.0“ sieht vor, von den Arbeitgebern eine Abgabe von zwischen 10 und 20 % auf das jeweilige Bruttogehalt einzufordern und gegebenenfalls den betroffenen Mitarbeitern eine Umschulung zu finanzieren, damit sie andernorts eventuell einen neuen Job finden können.

Ein Kreislauf zum Nachteil der Beschäftigten

Die Arbeitgeber drohen inzwischen, bei Inkrafttreten dieser Regelung ältere Mitarbeiter einfach so zu entlassen, da sich dies als günstiger erweisen wird. Und hier kommen die Gewerkschaften auf den Plan, denn das Sommerabkommen der Regierung Michel sieht auch vor, dass Beschäftigte, die nach dem Erreichen eines Alters von 50 Jahren arbeitslos werden, später auch weniger Rente bekommen sollen.

Aktuell wird die Rente auf Basis des letzten Gehalts, dass ein Pensionierter gezahlt bekam, berechnet. In Zukunft sollen Betroffene schon nach einem Jahr Arbeitslosigkeit auf den Minimalbetrag des Arbeitslosengeldes zurückfallen. Und dies gilt dann bei der Berechnung der Rente als das letzte Gehalt, dass man bezogen hat. Bisher galt hier eine Zeitspanne von 4 Jahren. Alle bisherigen Sonderregelungen dies betreffend sollen aus Einspargründen fallengelassen werden, was 20 Mio. € bringen soll.