Eier-Skandal: Belgisch-rumänische Fipronil-Spur

In Belgien haben am Freitag die Supermarktketten ALDI, Albert Heijn, Colruyt und Delhaize beschlossen, Eier aus den Regalen zu nehmen. Die mit Fipronil verseuchten Eier stammen in der Regel aus den Niederlanden. Betroffen sind aber auch belgische Eier-Lieferanten. Das Gift soll aus Rumänien stammen und über Belgien angeliefert worden sein.
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Die belgische Agentur für Lebensmittelsicherheit hatte eigentlich Entwarnung gegeben. Nach bisherigen Erkenntnissen enthielten belgische Eier keine zu hohe Konzentration des Insektizids Fipronil. Aber die Supermärkte wollen wohl kein Risiko mit den angeblich ungefährlichen Eiern eingehen.

Unter dessen wird die Informationspolitik der Agentur für Lebensmittelsicherheit in den Medien und von der Oppositionspartei SP-A offen kritisiert. Schon seltsam, dass in den Niederlanden und Deutschland Eier in großen Mengen aus den Auslagen entfernt würden, während die belgische Lebensmittelbehörde steif und fest dabei blieb, dass es keine Gefahr für die Volksgesundheit gebe, heißt es. Dass jetzt plötzlich auch in Belgien die angeblich ungefährlichen Eier aus dem Handel genommen werden, schürt erst recht Zweifel.

Fipronil soll aus Rumänien stammen

Auf der Suche nach dem genauen Ursprung der Verseuchung gibt es derweil offensichtlich eine neue Spur: „Ein Antwerpener Betrieb bezog das Gift, dass die Krise verursacht hat, in Rumänien“, schreibt die Zeitung ‚Gazet van Antwerpen‘ in ihrer Wochenendausgabe.

Dem deutschen Nachrichtenmagazin ‚Der Spiegel‘ zufolge ist ein Chemikalienhändler aus dem belgischen Weelde ins Zentrum der Ermittlungen gerückt. Belgische und niederländische Fahnder gingen Hinweisen nach, wonach um den Jahreswechsel in einer Fabrik in Rumänien große Mengen des Tiermedikaments Fiprocid geordert wurde, das den gefährlichen Wirkstoff Fipronil enthält, berichtete das Magazin vorab aus seiner neuen Ausgabe.

Der Geschäftsführer des Antwerpener Unternehmens Poultry-Vision hat anscheinend ein Putzmittel verkauft, mit dem Ställe gereinigt wurden. Dieses Putzmittel enthielt unerlaubterweise das Insektizid Fipronil. Der Import des problematischen Reinigungsprodukts liegt aber möglicherweise schon rund drei Jahre zurück. Das Putzmittel war von dem niederländischen Reinigungsunternehmen Chickfriend eingesetzt worden.

„Chickfriend wusste von dem Fipronil“, berichtet die Zeitung ‚De Standaard‘. Anscheinend wurden bei der Firma Rechnungen sichergestellt, die darauf hinweisen, dass Chickfriend durchaus darüber im Bilde war, dass die Reinigungsprodukte das Insektizid Fipronil enthielten.

Fipronil wird unter anderem als Pflanzenschutzmittel und in der Tiermedizin gegen Flöhe und Zecken bei Katzen und Hunden, aber auch zur Bekämpfung von Läusen, Schaben und Milben eingesetzt. Die Anwendung bei Tieren, die Lebensmittel liefern, ist verboten.