“Viele Parallelen zur Dioxin-Krise”

So bewertet die grüne Oppositionspartei Groen die aktuelle Fipronil-Eierkrise. Die sozialistische Oppositionspartei SP.A fordert die drei Bundesminister für Konsumentenschutz, Volksgesundheit und Landwirtschaft auf sich im Parlament zu der Krise äußern.

Belgiens Agrarminister Denis Ducarme (Foto, links) muss den parlamentarischen Volksgesundheitsausschuss aus der Sommerpause zurückrufen, findet die grüne Parlamentarierin Anne Dedry (Foto, rechts).

Vor allem die Tatsache, dass die zuständige belgische Behörden, die Agentur für die Lebensmittelsicherheit, schon im Juni wusste, dass in einem belgischen Legehennenbetrieb das verbotene Insektenvertilgungsmittel Fipronil eingesetzt worden ist, aber die Studienresultate über möglicherweise verseuchte Eier noch immer nicht freigibt, halten die flämischen Grünen für ein Ding der Unmöglichkeit.

„Wir fordern völlige Transparenz von der Lebensmittelagentur, denn die ist schon seit Juni informiert“, so Dedry. „Erst jetzt werden Informationen freigegeben. Ich bezweifle, dass dies so in Ordnung ist.“

Die Agentur für Lebensmittelsicherheit hatte erklärt, sie habe die Informationen über den Fipronil-Verdacht zurückbehalten, weil auch die Justiz in dem Fall ermittelt. Groen findet, jetzt sei der Landwirtschaftsminister gefordert. „Wir finden, dass Agrarminister Ducarme eingreifen muss und notfalls auch während der Sommerpause den zuständigen parlamentarischen Ausschuss einberufen muss.“

Dedry erinnert das Ganze an die Dioxinkrise von 1999. „Auch damals argumentierten die Behörden, erst müsse das genaue Ausmaß der Dioxinverseuchung bekannt sein. Und dann war es natürlich zu spät und waren die Gifthühner schon verzehrt. Wenn die Lebensmittelsicherheit in Gefahr kommt, muss das Vorsorgeprinzip gelten und muss der Bürger als erster informiert werden und nicht als letzter.“

Krisensitzung

Auch die sozialistische Oppositionspartei SP.A fordert eine Sondersitzung in der Kammer des belgischen Parlaments. Dort sollen sich Verbraucherschutzminister Kris Peeters, Gesundheitsministerin Maggie De Block und Landwirtschaftsminister Denis Ducarme zu den Vorwürfen äußern.

„Wir sollen so schnell wie möglich Klarheit darüber, was die Minister wussten und wissen und vor allem seit wann“, so die SP.A.