Hilfe für Flüchtlinge in Brüsseler Park gefordert

Am Dienstag haben mehrere Dutzend Demonstranten am Maximiliaanpark in der Nähe des Brüsseler Nordbahnhofs und der Asylbehörden (Archivfoto) Hilfe für die vielen Flüchtlinge gefordert, die sich dort unter erbärmlichen Umständen aufhalten. Sie sind dort Wetter und Schleppern hilflos ausgeliefert, so die Veranstalter der Aktion, zu der auch mehrere Menschenrechtsorganisationen aufgerufen hatten. Dem Aufruf schließt sich jetzt auch die Brüsseler Gemeinde Schaarbeek an.

Die Demonstranten forderten u.a. von der belgischen Regierung, dass sie den leerstehenden WTC-Büroturm in unmittelbarer Nähe des Parks wieder als Aufnahme- und Nachtlager öffnet. Die Behörden müssten endlich eingreifen, so die Forderung, denn es könne nicht sein, dass wieder monatelang zahllose Flüchtlinge im Park oder in der Umgebung des Nordbahnhofs schlafen müssten. Bei der als humanitären Krise bezeichneten Flüchtlingswelle vor zwei Jahren war der WTC-Büroturm zeitweise als Nachtlager für die Einwanderer eingerichtet worden.

Die Brüsseler Polizei kontrolliert die Gegend und zählte alleine in der Nacht zum Dienstag 130 Flüchtlinge, die im Maximilianpark geschlafen hatten. Nicht alle von ihnen haben dabei ein Zelt oder einen Schlafsack… Die meisten Betroffenen sind abgelehnte Flüchtlinge, die von hier aus auf illegale Weise weiter nach Großbritannien reisen wollen. Aus diesem Grunde sind hier auch viele Schlepper und Menschenschmuggler aktiv, die den Betroffenen Geld abknöpfen für Dienste, die sie eigentlich kaum anbieten können.

Hotspot für Flüchtlinge?

Nur wenige der Betroffenen sind Asylanwärter, die an einem jeden frühen Morgen einen Termin beim Ausländeramt wahrnehmen müssen. Riet D’hondt von der humanitären Vereinigung „Freundschaft ohne Grenzen“, die den Flüchtlingen im Park Hilfeleistungen, wie Nahrung, Kleidung oder medizinische Hilfe zukommen lässt, forderte gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion von der Regierung die Einrichtung eines sogenannten „Hotspots“, über den Flüchtlinge legal einen Antrag auf Weiterreise auf die britischen Inseln stellen können.

Ende Juli war hier ein junger Sudanese ums Leben gekommen, der sich unter einem Chassis eines Fernbusses, der nach London fahren sollte, festgeklammert hatte und dabei überfahren wurde.

Schaarbeek: Bürgermeister schlägt Alarm

Solch ein Auffangzentrum für sogenannte „Transmigranten“ auf dem Weg durch Belgien nach Großbritannien fordert jetzt auch Bernard Clerfayt (Défi), Bürgermeister der Brüsseler Gemeinde Schaarbeek, in der sich der Maximilianpark und der Nordbahnhof befinden. Gegenüber der regionalen Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ gibt er an, dies sowohl im Sinne der Flüchtlinge, als auch der Geschäftsleute und der Bewohner zu fordern:

„Die lokale Polizei und die Kommunalverwaltung können damit alleine nicht mehr umgehen. Ich läute die Alarmglocken! Wir haben die Hilfe der Bundesbehörden nötig und wir brauchen ein zeitweises Auffang- und Orientierungszentrum.“ Laut BRUZZ kampieren zeitweise zwischen 400 und 600 Flüchtlinge, die zumeist keine Papiere haben, in der betroffenen Zone.