Firmen bringen Milliarden in Steuerparadiese

Über 850 Unternehmen aus Belgien haben ihren Angaben zum Steuerjahr 2016 hinzugefügt, Transaktionen über mehr als 100.000 € in Länder vorgenommen zu haben, die auf einer „schwarzen Liste“ von Steuerparadiesen aufgeführt sind. Insgesamt handelt es sich bei den so überwiesenen Summen um einen Gesamtwert von 221 Mia. €. Das entspricht in etwa der Summe, die die hiesigen Sparer auf ihren entsprechenden Konten zu geringen Zinsen besitzen.

Wie die frankophone Tageszeitung Le Soir dazu meldet, sind diese Zahlen vom belgischen Finanzministerium bestätigt worden, bzw. sind den Statistiken des Finanzamtes zu entnehmen. Diese im Ausland lukrativ angelegten Summen über 221 Mia. € liegen nur wenig unter der Summe von rund 260 Mia. €, die derzeit auf diversen Sparkonten in Belgien angelegt werden.

Laut Le Soir sind Überweisungen von hohen Geldsummen aus Unternehmen in Belgien auf Konten in Richtung von Steuerparadiesen noch nicht einmal illegal. Seit 2010 müssen solche Unternehmen in ihrer Steuererklärung lediglich angeben, dass sie im Jahr mehr als 100.000 € in Länder überweisen, die auf der „schwarzen Liste“ für Steuerparadiese des hiesigen Fiskus stehen und zu welchem Zweck. Das können Mieten sein, der Ankauf von Immobilien, Waren und Gütern oder auch die Begleichung von Unkosten zur Finanzierung von Dienstleistungen.

Belgien hält 31 Länder für Steuerparadiese

Diese Liste beinhaltet Länder, die sich nicht an die international geltenden Regeln der Steuertransparenz halten oder die besonders niedrige Steuersätze für Unternehmen handhaben (unter 10 % bzw. unter 15 % für Unternehmen aus dem Ausland). Auf dieser Liste sind 31 Länder aufgeführt - u.a. Monaco, die britischen Jungfraueninseln, die Bermudas oder die Kaimaninseln. Auch die Kanalinseln Jersey und Guernesey, die Isle of Man sowie Bahrein oder die Vereinigten Arabischen Emirate gehören dazu.

Singapur, Panama (war da nicht mal eine Geschichte um die sogenannten „Panama-Papers“?) und Hongkong werden offiziell nicht mehr auf dieser Liste aufgeführt, genauso wenig, wie Luxemburg. Das Großherzogtum in unserer Nachbarschaft gilt seit 2016 nicht mehr offiziell als Steuerparadies. Auch Zypern und die Seychellen wurden aus dieser „schwarzen Liste“ wieder gestrichen. Vier Mitarbeiter des Steueramtes des belgischen Finanzministeriums sind damit beschäftigt, die Richtigkeit dieser von den Unternehmen abgegebenen Angaben zu überprüfen.