Westerschelde: Container-Schiff läuft auf Grund

Ein riesiges Containerschiff hat sich in der Westerschelde auf Höhe des niederländischen Örtchens Bath in der Provinz Zeeland festgefahren. Damit ist der Schiffsverkehr in und aus Richtung des Antwerpener Hafens blockiert. Dutzende Frachter warten bereits auf Durchfahrt. Offenbar kann das Problem nicht vor Montagabend gelöst werden, so die betroffenen niederländischen Behörden.

Die „CSCL Jupiter“ der chinesischen Reederei China Shipping Line hatte sich gegen 9 Uhr am Montagmorgen vor Bath am rechten Ufer der Schelde in Zeeland, nordwestlich von Doel bei Antwerpen (siehe Karte weiter unten), festgefahren. Warum das 366 m lange und 155.000 Tonnen schwere Schiff dort auf Grund laufen konnte, war zunächst nicht geklärt. Sicher war nur, dass der Frachter nicht beschädigt ist. Neuesten Erkenntnissen zufolge hatte das Schiff nach dem Verlassen des Antwerpener Hafens ein technisches Problem, wodurch es quasi steuerlos wurde und in Richtung Ufer abdriftete, wie die Antwerpener Hafenbehörde mitteilte.

Die zuständige niederländische Behörde Rijkswaterstaat Zeeland geht davon aus, dass der Schiffsverkehr auf der Westerschelde noch bis zum Montagabend blockiert bleibt. Der Antwerpener Hafenbetrieb bestätigte diese Meldung im Laufe des Vormittags. Schon zur Zeit der Havarie wartete in Antwerpen ein gutes Dutzend Hochseefrachter auf die Erlaubnis, auslaufen zu können und stündlich wurden es mehr werden. Am späten Vormittag wurde die Sperrung dieses Wasserwegs für Schiffe von weniger als 200 m Länge aufgehoben.

Tatsache ist, dass die Schlepper, die schon jetzt bei der „CSCL Jupiter“ sind, den Containerfrachter nicht vor dem Abend loseisen können. Sie müssen schlicht und einfach auf das nächste Hochwasser warten. Bei Port+, von wo aus der Schiffsverkehr im Antwerpener Hafen koordiniert wird, gibt dazu an, dass dies nicht vor 20 Uhr am Montagabend der Fall sein wird. Dies hat für den Hafen und für die betroffenen Reedereien wirtschaftliche Folgen, denn sie sind ein Glied in einer riesigen weltweiten Transportkette.

Die zahllosen Neugierigen, die sich in die niederländische Provinz Zeeland aufmachen, machen sich davon keine Vorstellung. Anwohner der Deiche hingegen hoffen, dass das Schiff nicht auseinanderbricht. Doch die Havarie entwickelt sich zur Touristenattraktion. Jüngsten Meldungen zufolge steht dort schon ein mobiler Eisverkäufer...