Mittelstand beschäftigt mehr ältere Mitarbeiter

Innerhalb eines Jahres ist die Zahl der über 60 Jahre alten Beschäftigten, die in Belgien einen Job in einem kleinen oder mittelgroßen Unternehmen haben oder kürzlich erst gefunden haben, um 6 % angestiegen. Nach Angaben des HR-Dienstleisters SD Worx sorgt der Wirtschaftsaufschwung in unserem Land dafür, dass auch ältere Mitarbeiter auf dem Arbeitsmarkt wieder begehrt sind.

Langsam setzt sich der Gedanke, dass die Menschen länger arbeiten sollen, bevor sie in Rente gehen können, auch auf dem Arbeitsmarkt um. Gerade beim Mittelstand zeigt sich, dass ältere Mitarbeiter durchaus ihre Vorteile mitbringen.

Sie haben vor allem Erfahrung, was auch und gerade im Handwerk nicht unwichtig ist, auch wenn der technische Fortschritt viele neue Technologien mit sich bringt.

Ganz nebenbei wird es auch für mittelständische Unternehmen immer teurer, ältere Mitarbeiter in Frühpension oder in den Vorruhestand zu schicken, nicht zuletzt, weil auch in Belgien das Pensionsalter sukzessive nach oben geschraubt wird. Zudem sorgt auch der deutlich spürbare Wirtschaftsaufschwung im Lande für neuen Elen auf dem Arbeitsmarkt.

Ein weiteres Problem ist auch, dass dort, wo Facharbeiter gebraucht werden, der Nachwuchs fehlt. So fällt es den Unternehmern leichter, ältere, erfahrend und loyale Kollegen weiter zu beschäftigen.

'Kanarienvogel' Limburg

Bei SD Worx, wo man die Entwicklung am Arbeitsmarkt im Mittelstand in Belgien bereits seit 2006 genauer beobachtet, wurde dazu festgestellt, dass vor allem in der flämischen Provinz Limburg viele Mitarbeiter beschäftigt sind, die zu den älteren Generationen gehören, sprich zur Gruppe der 55 bis über 60 Jahre alten Beschäftigten. Das mag damit zu tun haben, dass sich die ehemalige Industrie- und Bergbauprovinz spätestens seit dem Ende von Ford in Genk zu einer ausgesprochenen Dienstleistungs- und Mittelstandsregion entwickelt.

Johan Van Duyse von SD Worx sagte dazu gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion: „Limburg ist der ‚Kanarienvogel‘ der Wirtschaft. Hier sind viele kleine und mittelgroße Unternehmen angesiedelt. Wenn die Wirtschaft anzieht, dann beobachten wir, dass hier die Beschäftigung schneller steigt. Aber auch umgekehrt ist das der Fall. Droht eine Verschlechterung, dann zeigt sich dies in Limburg arbeitsmarkttechnisch schneller als in den anderen Provinzen.“