Barcelona: Eine Belgierin unter den Toten

Bundesaußenminister Didier Reynders (MR) hat am Freitagmorgen gegenüber dem VRT-Radio bestätigt, dass eine Belgierin unter den vorläufig 14 Toten der Terroranschläge in Barcelona ist. Zwei Belgier sind verletzt, einer davon schwer.

Bereits am Donnerstagabend war vermutet worden, dass es unter den Todesopfern auf den Ramblas in Barcelona einen belgischen Staatsbürger gebe.

Eine Tote und zwei Verletzte sei die vorläufige Bilanz  der belgischen Opferanzahl in Barcelona, so Bundesaußenminister Reynders. Es gebe keine Informationen über weitere Opfer.

Das belgische Konsulat in Barcelona stehe den Opfern und ihren Familien in Belgien und in Spanien bei. Reynders gab auch die Telefonnummer in Belgien (02 501 81 11) bekannt, an die Personen sich  wenden können, die aufgrund der Lage in Sorge um ihre Angehörigen sind.

Frau aus Tongeren

Der Bürgermeister aus Tongeren, David Dewaele (Open VLD), sagte, die 44-jährige Frau wohne in seiner Gemeinde und sei mit ihrer Familie in Barcelona im Urlaub gewesen. Ihr Vater habe ihn am Vorabend in großer Sorge um seine Tochter kontaktiert. In der Nacht habe der Vater ihm den Tod seiner Tochter telefonisch bestätigt.
Eines der beiden Kinder der Belgierin soll bei dem Anschlag auf der Flaniermeile leicht verletzt worden sein.

"Terror ist überall. Heute erleben wir ihn in Tongeren aus der Nähe", reagierte Dewael, der als Parlamentarier auch den Ausschuss über die Terroranschläge in Belgien, am 22. März 2016, leitet und viele Berichte von Opfern gelesen hat: "Dennoch ist jeder Terroranschlag immer wieder ein neuer Schock", stellt Dewael fest. Absolute Sicherheit besteht nicht, befürchtet der Politiker, der die Arbeiten des parlamentarischen Ausschusses demnächst abrunden muss.
 

Reisegruppe Jongerentravel in Sicherheit

Eine Gruppe von 120 flämischen Jugendlichen befand sich zum Zeitpunkt des Anschlags ebenfalls auf den Ramblas in Barcelona.

"Wir waren gerade erst angekommen, als es passierte. Sofort brach Panik aus. Die Menschen haben sich fast überrannt. Es war unmöglich, die Gruppe zusammenzuhalten. Jeder ist in ein Café, ein Geschäft oder an einen anderen sicheren Ort geflüchtet", berichtet die Reiseagenturleiterin Katrien Corens.

Über die sozialen Medien blieb die Gruppe in Kontakt. Um 20.30 Uhr konnte bereits der erste Bus mit Jugendlichen Barcelona verlassen.

"Mehrere Jugendliche haben den Anschlag aus nächster Nähe erlebt und schreckliche Dinge gesehen. Wir haben das Rote Kreuz bereits kontaktiert, um sie zu betreuen".