Alt-EU-Ratspräsident Van Rompuy kritisiert Papst

Kürzlich untersagte Papst Franziskus dem belgischen Orden „Broeders van Liefde“, Sterbehilfe in seinen Kliniken anzubieten. Vom Orden gibt es zwar noch keine Antwort. Aber inzwischen hat sich der flämische Christdemokrat Herman Van Rompuy, der ehemalige Ratspräsident der Europäischen Union, zu Wort gemeldet.

Die Auseinandersetzung um die Sterbehilfe in belgischen Ordenskliniken geht weiter: Das Einschreiten von Papst Franziskus, der den Ordensleuten diese Praxis verbot, hat Herman Van Rompuy auf Twitter kritisiert. In einem Tweet deutete er an, der Papst habe in dieser Sache nicht mitzureden. Auf Niederländisch schrieb er "Die Tage von 'Roma locuta, causa finita' [Rom hat gesprochen, die Sache ist erledigt] sind lange vorbei".

Bisher keine Antwort aus Belgien

Papst Franziskus hatte vor etwa einer Woche die "Broeders van Liefde" dazu aufgefordert, keine aktive Sterbehilfe mehr in ihren psychiatrischen Kliniken anzubieten. Die belgischen Ordensbrüder, die laut eigenen Angaben 15 psychiatrische Einrichtungen in Belgien betreiben, müssen nun bis Ende August eine entsprechende Erklärung abgeben. Ansonsten drohen ihnen zivilrechtliche Schritte und sogar eine Aberkennung des Ordensstatus. Bislang gibt es jedoch noch keine Antwort des Ordenszweiges.

Van Rompuys Äußerung war die Antwort auf den Tweet des belgischen Kirchenrechtlers Kurt Martens. Der hatte getwittert, dass der ehemalige Europaratspräsident auch im Vorstand der Klinik-Betreiberorganisation sitze, und kommentiert: "Sic transit gloria mundi", zu Deutsch "So vergeht der Ruhm der Welt". Rene Stockman, der Generalobere des Ordens, sagte der englischen Nachrichtenseite "Crux", er habe "keine Idee, was seine [Van Rompuys] Absicht war, das auf Twitter zu stellen". Deswegen könne er das nicht weiter kommentieren. (Quelle: katholisch.de)