Air Berlin-Retter? Nach Wöhrl ging VLM baden

Der deutsche Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl, der mit seiner Investmentgruppe Intro Aviation die gerade in Konkurs gegangene Fluggesellschaft Air Berlin übernehmen will, ist in Belgien kein Unbekannter. Wöhrl war einige Monate lang auch Besitzer der notleidenden VLM Airlines in Belgien. Nach dessen Weggang war VLM so gut wie pleite.

Air Berlin kann dank eines Überbrückungskredits der deutschen Bundesregierung vorläufig weiterfliegen und wird wohl teilweise von Lufthansa und/oder deren Tochtergesellschaften übernommen werden. Doch der Investor Hans Rudolf Wöhrl will Air Berlin gemeinsam mit anderen Partnern als unabhängige Fluggesellschaft weiterbestehen lassen.

Er will damit verhindern, dass die Aktiva von Air Berlin aufgespalten werden und dass einige Bereiche der Gesellschaft an die Lufthansa gehen. Lufthansa will 90 der 140 Air Berlin-Maschinen (samt Besatzung) übernehmen. Wöhrl stellt sich, wie auch Ryanair-Boss Michael O’Leary, Fragen zur Haltung der deutschen Regierung in dieser Frage.

In Belgien ist Hans Rudolf Wöhrl in Luftfahrtkreisen kein Unbekannter, doch hier hat er sich, wie die flämischen Tageszeitungen De Morgen und Het Laatste Nieuws in Erinnerung rufen, nicht mit Ruhm bekleckert. Sein Unternehmen Intro Aviation ist bekannt dafür, notleidende Fluggesellschaften zu übernehmen, zu sanieren und die lukrativsten Teile danach wieder zu veräußern.

Dies machte er im April 2014 auch mit der damals schwächelnden VLM Airlines. Im Oktober des gleichen Jahren verkaufte Wöhrl die Gesellschaft weiter und zwar an das damalige Management, doch VLM hatte sich niemals wirklich erholt und ging 2016 ganz den Bach runter. Derzeit arbeitet SHS Aviation an einem Neustart von VLM Airlines.

AP2010