Genter Bürgerinitiative gegen Hafenfusion

Einige Einwohner von Gent haben sich in einer Bürgerinitiative vereinigt, die zum Ziel hat, die Fusion des Hafens ihrer Stadt (Foto) mit Zeeland Seaports im niederländischen Vlissingen zu verhindern. Nach Ansicht der besorgten Bürger könnte eine solche Fusion Gent und seinem Hafen einen finanziellen Kater besorgen, denn der zukünftige Partner habe Schulden.
BELGA/HANDOUT

Die unabhängige und nicht parteigebundene Bürgerinitiative „Gent Wake Up!“ hat nach eigenen Angaben bereits rund 1.500 Sympathisanten, schreibt die flämische Tageszeitung De Morgen dazu und ihr Ziel ist, die Fusion zwischen dem Genter Seehafen und Zeeland Seaports (ZSP) zu verhindern. Das wird nicht einfach sein, denn diese Fusion ist bereits vollzogen (siehe nebenstehende Beiträge).

Laut einer Analyse von Unternehmensberater McKinsey, die beide Fusionspartner in Auftrag gegeben haben, führt deren Zusammengehen zu einem wirtschaftlichen Wachstum um bis zu 15 %. Doch „Gent Wake Up!“ warnt trotzdem und zwar vor den vermeintlichen Schulden von ZSP.

Hohe Mitgift?

Auf die Stadt und die Hafenverwaltung von Gent würde eine Mitgift der Braut aus den Niederlanden von rund einer halben Milliarde Euro warten, was einem Viertel des Umsatzes von Zeeland Seaports entsprechen würde, so De Morgen. Zudem müsse dort eine entsprechende Zinslast getragen werden, meint „Gent Wake Up!“.

Die Bürgerinitiative vergleicht auch die finanziellen Vermögenswerte bzw. die Reserven beider Unternehmen, die auf Basis des Jahresberichtes 2016 in Gent (338 Mio. €) um einiges höher liegen würden, wie die bei ZSP (134 Mio. €). Nicht zuletzt laste die Sanierung des Geländes einer ehemaligen und in Konkurs gegangenen Phosphor-Fabrik im Hafengebiet von Vlissingen schwer auf den Finanzen des dortigen Hafenbetriebes.

Laut „Gent Wake Up!“ dürfen all diese Mehrkosten im Rahmen der Fusion zwischen dem Genter Hafen und Zeeland Seaports gehen, denn die Hauptaktionäre des Hafens, die Provinz Ostflandern und die Stadt Gent, hätten andere Sorgen. Und überdies, so die Bürgerinitiative, hätten die Bürger der Stadt bei dieser Fusion kein Mitsprachrecht gehabt.