Terror: Kontakt zwischen Vilvoorde und Katalonien bestätigt

Die katalonischen Polizeibehörden bestätigen, dass sie mit der Polizei von Vilvoorde Kontakt bezüglich Imam Abdelbaki Es Satty hatten, dem vermutlichen Drahtzieher hinter den jüngsten Terroranschlägen in Spanien. Der Polizei Kataloniens zufolge habe es sich um einen „informellen“ Kontakt gehandelt.

In Spanien sorgt das Thema für Spannungen. Vor dem separatistischen Konflikt zwischen Spanien und dem Bundesland Katalonien spielt die Antwort auf die Frage, welchen „spanischen Polizeikorps“ die Polizei aus Vilvoorde um Informationen über Es Satty ersucht hatte, eine große Rolle.

Die Polizeibehörden von Katalonien hatten in erster Instanz bekannt gegeben, man habe sie nicht vor dem Imam gewarnt. Mittlerweile aber sind E-Mails aufgetaucht, die zwischen den Polizeidiensten von Vilvoorde und dem Mossos d'Esquadra ausgetauscht worden sind. Unter anderem eine E-Mail vom 8. März 2016, in der ein Agent der katalonischen Polizei auf eine Frage der Polizei von Vilvoorde über die mögliche Radikalisierung des Imams antwortet. In dem Schreiben heißt es, die  katalonische Polizei habe keine Angaben zu dem Imam. Wohl wisse man von einer anderen Person mit dem gleichen Nachnamen, die Beziehungen zu einer Jihad-Organisation unterhalten habe.

Katalonien unterstreicht, dass es sich um einen „informellen Austausch“ zwischen zwei Agenten handele, die sich seit der Teilnahme an internationalen Kongressen kannten. In keinem Fall aber könne dieser Austausch als eine Warnung oder Mitteilung betrachtet werden. Für den offiziellen Kommunikationsaustausch würden andere Kanäle benutzt.

Die Frage erhält mehr und mehr eine politische Tragweite und verschärft den separatistischen Konflikt zwischen Spanien und Katalonien noch.

2008 haben die Mossos d’Esquadra die Rolle der Guardia Civil in der autonomen Region übernommen. Der Polizeidienst arbeitet unabhängig von der Föderalpolizei und dem spanischen Innenministerium. Kommunikationsprobleme zwischen der Bundes- und Regionalbehörden hat es schon früher gegeben.

Der Zeitung El Pais zufolge, hat die spanische Antiterrorzelle erfahren, dass weder das eigene Innenministerium noch die belgische Bundespolizei über die per E-Mail ausgetauschten Informationen unterrichtet wurden. Die Informationen blieben auf einer lokalen Ebene stecken. Die spanische Tageszeitung hebt hervor, dass der katalonische Polizeiagent, der auf die E-Mail aus Vilvoorde antwortete, nicht ‚irgendein‘ Agent sei, sondern die Nummer 2 des Informationsdienstes der Mossos d’Esquadra.