A11 - Flanderns teuerste Autobahn ist fertig

Am Samstag ist die neue Autobahn A11 provisorisch eröffnet worden. Diese Autobahn, die für den Verkehr erst am Mitte September freigegeben wird, soll den Verkehr zwischen dem Hafen von Zeebrügge und dem Inland beschleunigen. Sie ist die modernste aber auch die teuerste Autobahn im belgischen Bundesland Flandern. Das hat allerdings seinen Grund.

Mitte März 2014 erfolgte der erste Spatenstich zum Bau der A11. Bis zur Eröffnung in diesen Tagen wurden etwa 674 Mio. € hier verbaut, dass diese Autobahn zur teuersten ihrer Art in Flandern macht. Diese Autobahn sorgt zum einen für eine bessere und schnellere Verbindung zwischen Brügge und dem mondänen Badeort Knokke-Heist an der Nordseeküste (siehe Karte unten).

Zum anderen aber, und dies ist verkehrstechnisch wesentlich wichtiger, bindet sie den Hafen von Zeebrügge besser ans Hinterland an, um damit schärfer mit den nordfranzösischen Häfen in Calais und Dünkirchen konkurrieren zu können. Das schließt auch die Aufspaltung des lokalen Verkehrs und des Hafenverkehrs ein. Nicht zuletzt sollen auch die Verkehrswege in Richtung östlichem Bereich der Nordseeküste für den Individualverkehr verbessert werden.

Was diese nur 12 km lange Autobahn so teuer macht, sind verschiedene moderne Kunstbauten. Da sind zum Beispiel bewegliche Brücken, die den Boudewijn-Kanal zwischen Brügge und Zeebrügge überqueren. Das wird übrigens dafür sorgen, dass die Autos dort ab und zu anhalten müssen, wenn die Brücke wegen der Durchfahrt eines hohen Schiffes hochgefahren werden muss.

Da sind aber auch einige Kilometer hochgelegener Autobahnverlauf auf Säulen - sogenannte Ökobrücken für die Tierwelt in den Naturgebieten. Kostenintensiv waren auch der Bau von rund 15 km Radwegen und von Radwegtunneln entlang von Teilen der A11 und der Tausch von Bauland gegen Agrarland im Zuge von Enteignungen.