Das Casino von Brüssel steht zum Verkauf

Nach Meldungen der belgischen Wirtschaftszeitungen De Tijd und L’Echo suchen die österreichischen Besitzer des Casinos von Brüssel einen Käufer für Einrichtung und Immobilie. Casinos Austria International bestätigte entsprechende Meldungen am Freitag. Das Grand Casino Brussels Viage kämpft schon länger, trotz gewährter Steuererleichterungen, mit Verlusten.

Das Grand Casino Brussels Viage an der Anspachlaan mitten im Herzen der historischen Altstadt von Brüssel steht zum Verkauf. Die Redaktionen von De Tijd und L’Echo hatten Einblick in eigentlich vertraute Dokumente, die sich an potentielle Übernahmekandidaten richteten.

Darin präsentierte Casinos Austria International die Einrichtung mit dem Vermerk, dass man sich auf den heimischen Markt in Österreich konzentrieren wolle. Die Gruppe bietet auch alle anderen 23 Casinos, die sie im nicht-österreichischen Ausland betreibt, zum Verkauf an.

Casinos Austria International hatte die Konzession zum Betrieb des Brüsseler Casinos bereits 2004 erhalten. Die österreichische Gruppe war das erste Unternehmen überhaupt, dass die Zustimmung erhielt, in der belgischen Hauptstadt ein Casino zu betreiben. Später baute eine Investorengruppe auch den früheren Brüsseler Ballsaal „Salle de la Madeleine“ (Foto oben) in der Nähe des Grand’ Place und des Zentralbahnhofs zu einem Casino um, doch mittlerweile betreibt die Stadt Brüssel hier wieder einen Konzertsaal.

Bisher erwiesen sich alle Bemühungen von Casinos Austria International als nutzlos, das Brüsseler Casino aus den sich seit Jahren anhäufenden roten Zahlen zu steuern. Doch offenbar haben sich die Zahlen in der letzten Zeit erholt. Diesen Umstand nutzen die Österreicher wohl, um sich von dem Haus zu trennen. Die Lizenz zum Glücksspielbetrieb läuft dort noch bis 2020. Das Grand Casino Brussels Viage beschäftigt derzeit etwa 250 Mitarbeiter.