Terror - Schüsse in der Brüsseler Innenstadt

Eine Dreimann-Patrouille der belgischen Armee ist am Freitagabend in der Emile Jacqmainlaan in Brüsseler Stadtzentrum von einem mit einem Messer bewaffneten Mann angegriffen worden. Der Angreifer wurde niedergeschossen und erlag später seinen Verletzungen. Zwei der drei Soldaten wurden leicht verletzt.

Als der Mann die drei Soldaten gegen 20 Uhr 15 am Freitagagend angriff, rief er laut Zeugenaussagen zwei Mal "Allahu Akbar". Bei dem Vorfall wurde einer der Soldaten an der Hand und ein zweiter im Gesicht  leicht verletzt. Der dritte schoß zwei Mal auf den Angreifer und verletzte diesen schwer.

Der Mann erlag später seinen Verletzungen in einer Brüsseler Klinik. In den Sachen, die er mit sich führte, sollen sich eine "Nepp-Waffe" befunden haben, eine Art Spielzeug oder Waffenattrappe und zwei Ausgaben des Koran.

Bei dem Angreifer handelt es sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft um einen 30 Jahre alten Somalier mit belgischer Staatsangehörigkeit, der legal in Belgien lebte und zwar in der Gegend von Brügge. Dort war er Polizei und Justiz aber lediglich wegen einer Straftat bekannt.

Die Ermittlungen zu diesem Angriff werden von der Bundesstaatsanwaltschaft in Brüssel geleitet. Hier wird dieser Vorfall als terroristischer Angriff angesehen. Brüssels Bürgermeister gab später an, dass es sich hierbei aber lediglich um einen "isolierten Einzelfall" handele. Allerdings wurde der Angriff als "versuchter terroristischer Mord" eingestuft.

Der Soldat, der die beiden Schüsse abgegeben hatte, handelte ersten Ermittlungserbegnissen zufolge im Rahmen der gesetzlichen Selbstverteidigung. Seit den Anschlägen auf Paris und Brüssel 2015 und 2016 und den entsprechenden Links in Richtung Belgien patrouillieren Soldaten in den Innenstädten und an neuralgischen Punkten in ganz Belgien.

Wer war Haashi A.?

Inzwischen werden mehr Details zu dem Angreifer von Brüssel bekannt. Bei ihm handelt es sich um Haashi A., geboren 1897 in Somalia. Der Mann kam 2004 nach Belgien und erhielt hier 2009 automatisch sein dauerhaftes Aufenthaltsrecht, weil sein Verfahren länger als vier Jahre dauerte. 2015 wurde ihn die belgische Staatsangehörigkeit zuerkannt.

Haashi A. lebte in der Gegend von Brügge uns galt z.B. bei seinen Nachbarn als freundlicher, sportlicher und sozialer junger Mann. Er war der Polizei nur wegen einem einzigen Verstoß gegen das Gesetz bekannt - wegen Körperverletzung nach einer Schlägerei, doch offenbar vermutete niemand, dass er sich zu einem radikalen Moslem entwickelt hatte.