Deurne erinnert sich seiner Weltkriegshelden

Deurne, ein Ortsteil im Distrikt Antwerpen, gedenkt an diesem Wochenende gleich mehrfach seinen Helden aus dem Zweiten Weltkrieg. Zum einen geht es dabei um den 75. Jahrestag eines besonderen Aktes des Widerstands und des zivilen Ungehorsams. Zum anderen wird auch der Tragik um das damalige Polizeikorps von Deurne gedacht, dass sich ebenfalls dem Widerstand gegen die Nazis angeschlossen hatte, dies aber teuer bezahlen musste.

Für den 27. August 1942 hatte die deutsche Sicherheitspolizei eine große Judenrazzia in Deurne geplant. Doch dies war nicht von Erfolg gekrönt. Viele Juden konnten rechtzeitig die Stadt verlassen oder anderweitig untertauchen. Offenbar hatten Polizisten aus Deurne dabei geholfen, die gefährdeten Juden über Nachrichten auf Handzetteln zu warnen.

Als Strafe musste die Polizei von Deurne selbst eine Razzia organisieren und zwar ohne die Hilfe von SS oder SD. Der Befehl der Deutschen lautete: 250 Juden verhaften, zu einer Sammelstelle an der Gallifortlei bringen und zwar ins dortige Kino Cinema Plaza (dort steht heute eine Schule) und zum Transport in Richtung Vernichtungslager vorbereiten.

Während ein Teil der Polizeibeamten die Verhafteten im Plaza-Kino ablieferten, öffneten Kollegen gemeinsam mit Widerstandskämpfern aus der Region die Hintertüren und die Notausgänge, damit die Juden verschwinden konnten. Zunächst passierte danach nicht viel und die Nazis ließen die Polizei von Deurne ihre Arbeit tun.

Razzia gegen die Polizei

Doch in der Nacht vom 14. auf den 15. August 1944 wurde das gesamte Polizeikorps der Stadt verhaftet. Insgesamt wurden 43 Polizisten in Konzentrationslager deportiert. Nur acht von ihnen überlebten die Deportation und kamen wieder zurück in ihre Heimatstadt. Kurz nach dieser Razzia wurde auch Deurnes damaliger Bürgermeister Alfons Schneider festgenommen und deportiert. Auch er kam nicht mehr zurück.