Belgiens Opferfonds mit Überschuss von 140 Mio. €

Das Guthaben des belgischen Opferfonds beläuft sich derzeit auf 140,1 Mio. €. Das ist quasi eine Verdoppelung dieses Guthabens seit dem Jahr 2012. Jeder in Belgien vor Gericht verurteilte Bürger muss auch einen Beitrag an diesen Fonds überweisen, insofern er anderen Menschen Schaden zugeführt hat. Dieses Geld soll Opfern von Straftaten finanzielle Hilfe bieten.

Belgiens christdemokratischer Justizminister Koen Geens (CD&V) gab diese Zahlen auf eine parlamentarische Anfrage von Seiten der Abgeordneten Sabine Lahaye-Battheu von den flämischen Liberalen Open VLD bekannt. Die Abgeordnete aus der ersten Kammer im belgischen Bundesparlament kritisierte die Tatsache, dass der Opferfonds so hohe Beträge auf dem Konto habe.

„Die Beiträge für den Opferfonds wurden bereits mehrmals erhöht, doch die Ausgaben steigen nicht entsprechend mit. Dadurch wachsen die Reserven Jahr um Jahr. Das kann doch nicht der Sinn der Sache sein.“, so Lahaye-Battheu.

Wer in Belgien wegen eines Gewaltdelikts oder wegen anderen Straftaten, die anderen Menschen Schaden zugefügt haben, verurteilt wird, der muss auch einen Betrag an den Opferfonds überweisen. Dieser Beitrag stieg zuletzt noch von 150 € auf jetzt 200 €. Aus diesem Fonds können Personen entschädigt werden, die Opfer von Straftaten wurden. Daraus kommen auch Direkthilfen für Betroffene von Straftaten, wenn die Täter nicht entdeckt werden oder wenn die Taten nicht aufgeklärt werden können.