Hasselt: Ein Wohnturm nur für junge Leute?

In Hasselt, der Hauptstadt der flämischen Provinz Limburg, wird ein modernes Hochhaus gebaut, für dessen Bewohner eine Altersobergrenze von 32 Jahren gelten soll. Der Wohnturm, mit 16 Stockwerken der höchste seiner Art in der Provinz, entsteht in der Nähe des Universitätscampus und ist ein Public-Private-Partnership-Projekt der Stadt Hasselt und eines Immobilien-Unternehmens. Doch dieses Projekt ist umstritten, auch und gerade wegen der Altersbeschränkung für potentielle Käufer oder Mieter.

70 Wohneinheiten sollen in dem Hochhaus am Kapertoren in Hasselt entstehen (Projektfoto oben). Jedem steht frei, hier ein Appartement zu erwerben oder zu mieten, auch Personen, die älter als 32 Jahre sind. Doch wer selbst dort einziehen will, der muss die hier geplante Altersbeschränkung im Auge behalten.

Laut Projektentwickler Kolmont muss der jüngste Bewohner eines der Appartements jünger als 32 Jahre alt sein. Das betrifft auch Lebensgemeinschaften, die sich hier einmieten wollen. Auch hier gilt, dass mindestens einer der Mitbewohner nicht älter als 32 Jahre sein darf. Danach gilt aber für jeden lebenslanges Wohnrecht.

Ziel dieses Projektes, dass das Immo-Unternehmen Kolmont gemeinsam mit der Stadt Hasselt initiiert, ist, bezahlbaren Wohnraum für junge Familien oder für Studienabgänger zu schaffen, die sich auf ihr Berufsleben vorbereiten wollen oder müssen. Dieses Prinzip und die entsprechende Altersbeschränkung waren von Anfang an Teil der Planung und dies ist auch in allen Bauanträgen und Anträgen auf Betriebsgenehmigung enthalten, so die Initiatoren.

Diskriminierung?

Das Hasselter Projekt wird vor allem eben von Bürgern begrüßt, die auch inzwischen in der limburgischen Provinzhauptstadt Probleme damit haben, bezahlbaren Wohnraum zu mieten oder zu erwerben. Doch gerade der flämische Mieterbund sieht in dem festgeschriebenen Höchstalter von 32 Jahren ein Problem, nämlich Altersdiskriminierung. Man wolle das Problem aber genauer analysieren, heißt es dort und dazu soll die Begründung der Projektentwickler auf ihre Machbarkeit geprüft werden.

In den Augen von Unia, dem belgischen Zentrum für Chancengleichheit, darf eine solche Altersbeschränkung nicht eingeführt werden, denn dies würde die belgische Gesetzgebung nicht zulassen. Unia ist formell: „Das Gesetz lässt nicht zu, dass ein Alter in einem Miet- oder in einem Kaufvertrag festgelegt wird. Das entspricht einer Diskriminierung auf Basis des Alters und dies ist nicht erlaubt.“

Das bedeutet, dass Kläger gegen diese Altersbeschränkung laut Unia sehr gute Chancen auf Erfolg haben, denn sie haben das Gesetz wohl auf ihrer Seite. Man verstehe durchaus, dass die Stadt Hasselt für bezahlbaren Wohnraum sorgen wolle, doch die Herangehensweise sein juristisch gesehen ein Fehler, so das staatliche Zentrum für Chancengleichheit.