Unzureichende Kenntnis der Verkehrsregeln

Es steht schlecht um die Kenntnis der Verkehrsregeln im belgischen Bundesland Flandern. Aus einem Test des flämischen Verkehrs- und Automobil-Verbandes VAB ist ersichtlich, dass derzeit nur jeder siebte Flame eine theoretische Führerscheinprüfung bestehen würde. Das betrifft aber bei weitem nicht nur Autofahrer oder andere Verkehrsteilnehmer älteren Jahrgangs, sondern alle Altersgruppen, wie mit Entsetzen festgestellt werden musste.

Flanderns Verkehrs- und Autofahrer-Verband VAB ließ 12.000 Flamen via Internet eine theoretische Führerscheinprüfung ablegen und zwar nach den Regeln, die hierzulande seit einer Regelanpassung seit dem 1. Juli 2017 gelten. Das bedeutet, dass sie sich innerhalb des 50 Verkehrsfragen-Katalogs in dieser Prüfung nur ein schweres Verkehrsvergehen leisten durften und nur neun leichte Fehler. Doch nur rund 14 % der freiwilligen Teilnehmer haben diese Prüfung bestanden.

Das betrifft aber nicht nur ältere Verkehrsteilnehmer, die ihren Führerschein vielleicht schon vor Jahrzehnten gemacht haben, also über lange Fahrerfahren verfügen, sondern auch jüngere und junge Leute. So wussten z.B. nur 37 % der Prüfungsteilnehmer, dass Radfahrer an einem Radwege-Übergang keine Vorfahrt vor anderen Verkehrsteilnehmern haben.

Oft entstehe Verwirrung bei den Verkehrsteilnehmern, so Maarten Matienko vom VAB, wo die Tatsache kritisiert wird, dass die Verkehrsregeln in unserem Land zu kompliziert seien. Überdies, so die Kritik, würden auf Regional- und Landesebene unterschiedliche Regeln gelten, die Einwohner der jeweils anderen Region nicht kennen würden.

Führerschein

Das Resultat dieser Verkehrsprüfung facht jetzt eine Diskussion darüber an, ob Eltern, die ihren Kindern das Fahren beibringen, ihrerseits ihre Kenntnisse der Verkehrsregeln verpflichtet auffrischen müssen. Darüber sind die Ansichten zwischen dem VAB, dem flämischen Verkehrsministerium und dem Belgischen Institut für Verkehrssicherheit (BIVV) recht unterschiedlich.

Beim VAB will man Eltern von Fahrschülern, die „ihren Lappen“ nicht bei einer Fahrschule machen wollen, dazu verpflichten, ihre eigene Kenntnis zu erneuern.

Flanderns Mobilitätsminister Ben Weyts (N-VA) und das BIVV sehen dies nicht zu eng und sind der Ansicht, ein kurzer Lehrgang würde nichts bringen und die Betroffenen müssten sich auf eigenen Antrieb hin mit den neuen Verkehrsregeln befassen, sprich, sich selbst neu schulen… Für den 1. Oktober steht eine weitere Anpassung der Verkehrsregeln an.