Messerangreifer war in psychiatrischer Klinik

Der Somalier Haashi A. aus Brügge, der vor einigen Tagen eine Militärpatrouille in der Brüsseler Innenstadt mit einem Messer angegriffen hatte und dabei erschossen wurde, war eine Zeit lang in psychiatrischer Behandlung. Er war monatelang auf freiwilliger Basis in einer entsprechenden Klinik. Anlass war ein Angriff auf Kollegen an seinem Arbeitsplatz.

Haashi A. war bei seinen Nachbarn als freundlicher junger Mann bekannt und hatte einen Job bei Victor Buyck Steel Construction in Eeklo, unweit von Brügge. Auch dort war er beliebt und galt als stiller aber freundlicher Kollege. Doch im April brannten bei ihm die Sicherungen durch und er griff einige Kollegen mit einem Schraubenzieher an.

Die herbeigerufene Polizei konnte den somalischen Einwanderer mit belgischem Pass damals überwältigen. Sein Chef kündigte ihm nach dem Vorfall. Der Polizei gegenüber hatte er angedeutet, einige Kollegen hätten ihn rassistisch beleidigt, doch in dem Unternehmen hieß es, er habe seine Kollegen ohne Grund angegriffen.

Die Polizei hatte Haashi A. nach dem Vorfall in eine psychiatrische Klinik gebracht, wo er einige Monate auf freiwilliger Basis verblieb. Doch er blieb gegenüber der Polizei und seinem Anwalt dabei, dass Kollegen ihn beleidigt hätten. Diese gaben hingegen an, der junge Somalier habe mentale Probleme.

Vom Erdboden verschwunden

Als Haashi A. die Psychiatrie verlassen hatte, fand er rasch einen Aushilfsjob, doch nach einiger Zeit verschwand er dort und auch aus seiner Wohnung. Auch sein Anwalt hatte keinen Kontakt mehr zu ihm. Als radikaler Moslem war er niemandem bekannt, doch aus der Analyse eines Computers, den die Ermittler in dessen Wohnung sicherstellten, wurde ersichtlich, dass er Kontakt zu einer extremistischen und islamistischen Rebellengruppe in seiner somalischen Heimat hatte. Mit der Terrororganisation IS, die den Messerangriff für sich reklamiert hatte, soll er jedoch nichts zu tun gehabt haben.

Bei dem Messerangriff auf drei Soldaten in der Brüsseler Innenstadt waren vor einigen Tagen zwei Soldaten leicht verletzt worden. Ein dritter Soldat feuerte zwei Schüsse auf den Angreifer ab, der später in einem Krankenhaus seinen Verletzungen erlag. Inzwischen stellen sich einige Beobachter die Frage, ob sich Haashi A. durch seine offensichtlichen mentalen Probleme nicht auch erschießen lassen wollte und deshalb mit dem Ruf „Allahu Akbar“ auf die drei Soldaten losgegangen sei.