Politische Debatte um Megabordell für Brüssel

Die flämischen Christdemokraten CD&V wollen, dass die belgische Hauptstadt Brüssel ein kontrollierbares Megabordell einrichtet, wie es Antwerpen mit der „Villa Tinto“ (Foto) vorgemacht hat. Dies stößt aber auf Kritik von Bürgermeister Philippe Close von den frankophonen Sozialisten PS, der eigentlich die Prostitution generell aus seiner Stadt verbannen will.

Damit meint die Staatssekretärin in erster Linie immer weiter ausufernden den Straßenstrich im sogenannten „Alhambra-Viertel“ an der Königlich Flämischen Schauburg im früheren Handels- und Hafenviertel Brüssels.

Debaets stattete deshalb kürzlich der „Villa Tinto“ in Antwerpen einen informativen Besuch ab. In diesem städtischen Bordellhaus und einigen Gassen rundherum können Prostituierte legal und unter öffentlicher Kontrolle ihre Dienstleistungen anbieten. Hier im „Schipperskwartier“ ist sowohl eine Wache der Lokalpolizei zu finden, als auch eine Anlaufstelle für die Prostituierten, falls diese Hilfe brauchen.

In Brüssel hingegen ist Prostitution weiter verbreitet. Illegale Prostitution findet sich im oben erwähnten „Alhambra-Viertel“ und auf dem Straßenstich unweit der Louizalaan. Legale Prostitution ist in der Aarschotstraat (kl. Foto) hinter dem Brüsseler Nordbahnhof möglich. Doch auch am Rande dieses Viertels bieten Prostituierte in schummerigen Abbruchhäusern ihre Dienste an, wohl mehr oder weniger illegal und lediglich geduldet. Dies will Brüssels Bürgermeister Close abschaffen.

Seit einigen Tagen ist im Bereich Brüssel-Stadt eine Polizeiverordnung in Kraft, die sich sowohl gegen die Prostituierten, als auch gegen deren Kunden richtet. Damit will Close auch das Sicherheitsgefühl und die Wohnqualität der Anwohner in den genannten Vierteln schützen, vor allem da, wo sich illegaler Straßenstrich breitmacht.

Diskussion eröffnet

Mit dem Pressegespräch von Brüssels Staatssekretärin Debaets und der neuen Polizeiverordnung zur Prostitution von Bürgermeister Close ist die Diskussion neu eröffnet, doch was sie angesichts der diametral entgegengesetzten Ansichten bringen wird, bleibt abzuwarten. Derweil nimmt das Elend auf den illegalen Straßenstrichen, wo erwiesenermaßen Frauen zur Prostitution gegen ihren Willen gezwungen werden, seinen weiteren Lauf.