Schoenaerts: "Will nicht bis 80 Schauspieler sein"

Der inzwischen bis Hollywood bekannte flämische Filmschauspieler Matthias Schoenaerts (39) hat nicht vor, bis zu seiner Pension vor der Kamera oder auf der Bühne zu stehen. In der VRT-Fernsehsendung „Culture Club“ sprach Schoenaerts offen über seine Arbeit, seine Liebe zum Fach und über seinen Vater, von dem er viel, wenn nicht alles, gelernt habe.

Im Rahmen der TV-Sendung „Culture Club“ im zweiten VRT-Sender „Canvas“ sagte Matthias Schoenaerts, dass es ihm derzeit „wunderbar“ gehe und dass er trotz dieser stressigen Tage „sehr glücklich“ sei. Derzeit sind in Belgien alle Erwartungen auf die Premiere seines neuen Films „Le Fidèle“ von Michaël R. Roskam, in dem Schoenaerts die Hauptrolle spielt, gesetzt. Dieser Film ist übrigens auch Belgiens Oscar-Einsendung, doch ob „Le Fidèle“ auch eine Nominierung für den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film einheimst, muss noch abgewartet werden (siehe nebenstehenden Beitrag).

Über einen Mangel an Rollenangeboten in guten belgischen oder gar in Hollywood-Filmen kann sich der flämische Mime nicht beklagen und doch geht er nicht davon aus, dass er bis zu seinem Lebensende schauspielern will: „Ich möchte nicht bis in die alten Tage auf den Bühnen oder auf einem Filmset stehen. In einem bestimmten Augenblick möchte ich mit meinem Leben etwas anderes anfangen. Das Leben ist so reich! Es wäre doch zu schade, die ganze Zeit das gleiche zu machen.“ Was er dann aber machen möchte, dass weiß er noch nicht wirklich.

„Aber Achtung! Die Schauspielerei ist meine große Liebe. Wer weiß, ob ich vielleicht nach einer Pause wieder zurück in dieses Fach komme. Doch ich könnte auch glatt für 10 Jahre mal damit aufhören. Wie auch immer, ich sehe mich nicht bis zum Alter von 80 Jahren spielen, weder im Theater, noch beim Film. Nie und nimmer.“, so Schoenaerts bei „Culture Club“.

"Ich werde meinen Vater niemals erreichen"

Zwei Menschen bedeuten für Matthias Schoenaerts Karriere als Schauspieler alles. Da ist zunächst das flämische Film-und Theatermonument Dora van der Groen (1927-2015), die sowohl Schauspielerin, als auch Regisseurin war. Noch wichtiger aber ist sein Vater, der Schauspieler Julien Schoenaerts (1925-2006).

„Ich sage dies nicht nur aus Stolz, doch wenn mein Vater in Amerika gespielt hätte, dass würde Marlon Brando über ihn gesprochen haben und nicht über mich. Wahrscheinlich habe ich besonders viel von ihm gelernt. Mein Vater war ein Phänomen, eine Urkraft, ein Magier. Das hat nicht nur mit Talent zu tun. Menschen wie ihn gibt es nur alle 50 Jahre einmal. (…) Ich werde ihn niemals erreichen.“, so Matthias Schoenaerts voller Ehrfurcht…