Schulbeginn auch für 5.000 minderjährige Asylsucher

Bei Schulangang in Belgien am 1. September werden auch rund 5.000 minderjährige Kinder aus Einwanderungsländern das neue Schuljahr in ihrer neuen Heimat beginnen. Allerdings werden dieses Jahr deutlich weniger Flüchtlingskinder hierzulande eingeschult, als im vergangenen Jahr.

Bei Schulbeginn 2016 wurden rund 1.800 Kinder von Asylanwärtern mehr in Belgien eingeschult, als in diesem Jahr. Dies teilte die Ausländerbehörde Fedasil in Brüssel mit, die sich mit dem Empfang von Flüchtlingen und Asylsuchern hierzulande befasst.

Etwa die Hälfte dieser Schulkinder werden Schulen im frankophonen Raum Belgiens besuchen. Die andere Hälfte der betroffenen Kinder verteilt sich auf Flandern, die Region Brüssel-Hauptstadt und die Deutschsprachige Gemeinschaft in Ostbelgien.

Rund 1.400 dieser Schulkinder aus Flüchtlingsländern sind unbegleitete Minderjährige, die von den Einwanderungsbehörden in Belgien als Asylanwärter registriert wurden. Solche Kinder leben in Heimen oder wurden von Pflegefamilien aufgenommen.

Opferfest

Viele Schulen in Städten und Gemeinden mit hohem Ausländeranteil haben ihren ersten Schultag von Freitag, den 1. September auf Montag, den 4. September verlegt. Das liegt daran, dass am Freitag das islamische Opferfest beginnt.

Nach belgischem Recht ist den Kindern einer jeden hier offiziell anerkannten Glaubensrichtung erlaubt, bei wichtigen religiösen Festen dem Schulunterricht fernzubleiben.

Da vor allem in Großstädten viele Kinder aus moslemischen Familien zur Schule gehen, ist dies dieses Jahr eine praktikable Lösung.

Die Reisebüros in Belgien melden übrigens auffallend viele Buchungen für Flüge in islamische Länder, Herkunftsländer von hier lebenden Einwanderern, die das Opferfest in ihrer Heimat verbringen möchten. Am Montag werden sie wieder in Belgien sein, denn für Sonntagabend sind die Rückflüge gebucht.