Twitter: Behörde entfernt ein Kopftuchfoto

Die flämischen Landesbehörden haben eine Twitter-Meldung nach rassistischen Beschimpfungen entfernen müssen. Ein Stellenangebot via Twitter war mit dem Foto einer Frau illustriert, die ein Kopftuch trägt. Doch nach der Veröffentlichung dieser Nachricht hagelte es rassistische Vorwürfe und Kommentare, sodass sich die Behörde gezwungen sah, den Tweet zu löschen.

Der Stellenaufruf, denn die flämischen Landesbehörde via Twitter auf den Weg gebracht hat, lautete ganz einfach: „Die flämische Regierung legt eine Bewerberreserve für Führungspositionen und Juristen an.“ Illustriert war dieser Aufruf mit dem Foto einer Mitarbeiterin des flämischen Arbeitsamtes VDAB. Allerdings trägt diese Frau ein Kopftuch.

Es dauerte nicht lange, da reagierten die sozialen Netzwerke und es hagelte auch auf Twitter rassistische Kommentare. Neben der flämischen Landesbehörde richteten sich die Beschimpfungen auch gegen die Regierungspartei N-VA, die flämischen Nationaldemokraten. Haupttenor der Vorwürfe war, dass es nicht sein dürfe, dass die flämische Regierung ein Foto einer Frau mit Kopftuch nutzt.

Falscher Eindruck erweckt

Das Foto wurde entfernt und Landesinnenministerin Lisbeth Homans (N-VA) stellte fest, dass mit diesem Bild eine falsche Erwartungshaltung ausgelöst worden sei: „Das Foto gibt den Eindruck, dass jeder in einem Amt bei gleich welcher Funktion in Flandern religiöse Symbole tragen darf. Das ist nicht der Fall. Die Behörden müssen neutral sein und als neutral erfahren werden.“

Innerhalb der flämischen Landesbehörden besteht allerdings keine einheitliche Regelung zum Thema Kopftuch im Besonderen oder religiöse Symbole im Allgemeinen. Jedem leitenden Kader steht es frei, wie er dies zu handhaben hat.

Das umstrittene Foto ist nicht für den Bewerbungsaufruf via Twitter angefertigt worden. Es entstammt einem Eintrag auf der Webseite der flämischen Landesbehörde, der die Geschichte von Amina erzählt, eine Vermittlerin beim Landesarbeitsamt VDAB. Darin wird Amina mit den Worten zitiert: „Mit oder ohne Kopftuch. Man muss seine Arbeit gut machen. Darauf kommt es an.