Vergleichsweise mehr Fälle von Schilddrüsenkrebs in Mol und Fleurus

In der Umgebung der Atomanlagen in Mol und Fleurus ist die Häufigkeit von Schilddrüsenkrebs-Fällen etwas höher als anderenortes. Das geht aus einer Studie des Wissenschaftlichen Institutes für Volksgesundheit hervor.

Die Studie hat die Zahl der Neuerkrankungen an Schilddrüsenkrebs im Zeitraum 2000-2014 in einem Umkreis von 20 Kilometern der Atomanlagen zusammengetragen und einen Vergleich zum Durchschnitt gezogen.

In Mol liegt die Zahl um 4 Prozent höher als der Durchschnitt. In Fleurus wurden 8 Prozent mehr Krankheitsfälle registriert. Doch ob es einen Zusammenhang mit der Reaktoraktivität gibt, wird in der Studie nicht genannt. Das sagt Daisy Tysmans vom Wissenschafts-Institut: "Wir können nur sagen, ob es tatsächlich mehr Fälle von Schilddrüsenkrebs in der Umgebung des Reaktors gibt, aber keinen direkten Zusammenhang zwischen beiden herstellen." Für so etwas müsse man eine extra groß angelegte Studie ins Leben rufen, bei der man gezielt eine Guppe Menschen über einen längeren Zeitraum individuell beobachte und zum Beispiel auch überprüfe, was die Personen essen, wo sie arbeiten etc., um möglicherweise bestimmte Krebsformen mit bestimmten Personen in Verbindung zu bringen, so Tysmans.

Die jüngste Studie hat auch die Tendenz aus einer früheren Studie aus dem Jahr 2012 bestätigt. Auffällig ist allerdings, dass in den Gegenden der AKW-Gelände von Doel und Tihange im Vergleich zum Durchschnitt weniger Fälle von Schilddrüsenkrebs festgestellt wurden.