Flandern: Die Schule hat wieder angefangen

An diesem 1. September beginnt für rund 1,2 Millionen Schulkinder im belgischen Bundesland Flandern wieder die Schule. Nach zwei Monaten Sommerferien beginnt also wieder „der ernst des Lebens“. Doch nicht nur für die Schulkinder geht es hier wieder los, sondern auch für etwa 160.000 Personalmitglieder der Schulen, wie das Lehrpersonal, die Direktionen und in den Verwaltungen.

Für die meisten der heute wieder in die Schule gehenden 1.164.619 Kinder in Flandern bedeutet dieser Tag nicht viel Neues, doch für einige von ihnen ist dies eine Premiere. Sie gehen entweder zum ersten Mal in den Kindergarten oder in die „große Schule“. Für die Kinder, die schon mal da waren, gibt es aber auch Neuigkeiten. So können die Schulkinder ab der 3. Klasse in Flandern schon Fremdsprachen auswählen.

Neben dem Pflichtfach Französisch kann ab sofort auch zwischen Deutsch und Englisch gewählt werden. Und in deutlich mehr Mittelschulen als bisher wird das sogenannte „duale Lernen“ angeboten. 83 Schulen in Flandern bieten dieses Lernen zwischen Unterricht in der Schule und Ausbildung am Arbeitsplatz.

Hier stand übrigens die Deutschsprachige Gemeinschaft in Ostbelgien Pate, denn hier wurde dieses System zum ersten Mal in Belgien angewendet und von den anderen Gemeinschaften beobachtet.

Wirtschaft, Wissenschaften und Latein bleiben hier in Flandern populäre Richtungen und Fachgebiete, doch auch Sprachen und soziale sowie technische Wissenschaften gewinnen an Interesse. Neu ist hier, dass die Schulen ein Unterstützungsmodell für Schulkinder, die im Unterricht nicht folgen können oder für Kinder aus prekären Familien anwenden können.

Neu ist auch, dass einige Schulen Hilfe von der Polizei bekommen. So werden in diesem Schuljahr lokale Polizisten, die auch als Stadtviertel-Beamte eingesetzt werden, auch das Schulumfeld beobachten.

Brüssel: Viele Kinder finden keine Schule

Auch in diesem neuen Schuljahr haben wieder dutzende Kinder in Brüssel keinen schönen neuen ersten Schultag, weil sie schlicht und einfach keinen Platz in einer Schule in der Hauptsdtadt-Region finden konnten. Die Bürgerplattform „Für jedes Kind eine Stuhl“ zieht aus diesem Grunde vor Gericht. Diese Vereinigung wurde von Eltern gegründet, die schon im vergangenen Jahr händeringend nach einem Platz in einer Schule ihrer Wahl für ihre Kinder suchen mussten.

Sie versuchen zumindest eine Kompensation für den Schaden, den sie erlitten haben oder erleiden müssen, herauszuschlagen. Oft müssen deren Kinder letztendlich dutzende Kilometer quer durch Brüssel fahren, um eine Schule zu erreichen, die sie noch aufnimmt. Im vergangenen Jahr blieben rund 270 schulpflichtige Kinder lange ohne Klasse, weil sie weder im französisch-sprachigen, noch im niederländisch-sprachigen Unterrichtswesen in der Region Brüssel-Hauptstadt einen Platz in einer Schule finden konnten.