Belgiens Milchbauern decken ihre Unkosten nicht

Am Rande einer Landwirtschaftsmesse in Battice in der Provinz Lüttich hat der European Milk Board (EMB) eine in seinem Auftrag durchgeführte Studie vorgestellt. Aus dieser Studie wird deutlich, dass die belgischen Milchproduzenten ihre Produktionskosten im vergangenen Jahr nicht decken konnten. Trotz ansteigender Preise bleibt das Einkommen der belgischen Milchbauern 35 % unter einem nötigen „break even“.

Die Studie, die das deutsche Büro für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL) auch auf Grundlage von EDaten durchführte, macht deutlich, dass die Produktionskosten pro Kilo oder Liter Milch bei 0,4137 € liegt. Dem gegenüber steht ein durchschnittlicher Abgabepreis von 0,267 €.

Berücksichtigt wurden bei der vorliegenden Studie die Kosten für Saatgut, für die Honorare für Tierärzte, für Dünger, Futter und für allgemeine Kosten sowie für eine „gerechte Entlohnung“ für die Milchbauern. Dabei wurde ein relevanter Unterschied zwischen den belgischen Bundesländern Flandern (40,13 Eurocent pro Liter Milch) und Wallonien (43,36 Eurocent pro Liter Milch) festgestellt. Insgesamt wurden 2016 lediglich 65% der Produktionskosten abgedeckt.

„Selbst wenn die Arbeitskraft nicht berücksichtigt wird, liegen die Produktionskosten noch immer bei 30 Eurocent. Wir erhalten andererseits 26,7 Eurocent pro Liter. Das bedeutet, dass wir im vergangenen Jahr 3 Eurocent pro Liter Milch Verlust gemacht haben und dies ohne Lohn oder Gehalt zu bekommen.“, sagte Erwin Schöpges aus Ostbelgien, Verwaltungsratsmitglied des EMB und der Milcherzeuger Interessengemeinschaft Belgien (MIG) dazu.

Auch wenn der Milchpreis in den letzten Monaten auf 33 bis 35 Eurocent angezogen sei, bleibe die Situation der Milchbauern angespannt, so Schöpges weiter: „Dass es vorne und hinten für uns Milchbauern nicht reicht, ist uns ja allen tagtäglich schmerzhaft bewusst. Für mich stellt sich die Frage, wie lange wir noch weitermachen können, wenn man sieht, dass wir in den vergangenen fünf Jahren keine Deckung der Produktionskosten hatten und quasi nur noch auf Reserve laufen.“