Kriminologe fordert "Bodycam" für Polizisten

Der angesehene belgische Kriminologe Brice De Ruyver hat sich gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion für die Ausrüstung von Polizeistreifen mit „Bodycams“ (Foto) ausgesprochen. Nach einem Vorfall im Antwerpener Stadtteil Borgerhout, wo am vergangenen Freitag zwei Polizisten bei einem Einsatz von Umstehenden bedrängt wurden, dringe sich diese Ausrüstung auf, so De Ruyver. Inzwischen prüft der Staatsrat einen entsprechenden Gesetzesvorschlag der Regierung.

Am vergangenen Freitag hatte eine Polizeistreife in Borgerhout versucht, eine Frau mit ihrem Wagen anzuhalten, weil diese viel zu schnell unterwegs war. Als die Polizisten den Wagens stellen konnten, wurden sie von mehreren Personen, die den Vorgang beobachtet hatten, massiv bedrängt. Ob es dabei auch zu Handgreiflichkeiten kam, ist noch immer unklar, denn Handy-Filme dazu brachten keinen Aufschluss.

Schon in einer ersten Stellungname nach diesem Vorfall forderte Antwerpens Bürgermeister Bart De Wever (N-VA) Bodycams für die Polizei. Das sind kleine Kameras, die z.B. an der Schulter von Polizeiuniformen angebracht werden können, um jeden Vorgang aus dem Blickfeld der Beamten aufnehmen zu können. Dem schloss sich Kriminologe Brice De Ruyver (kl. Foto) am Montagmorgen in der VRT-Radiosendung „De ochtend“ („Der frühe Morgen“) an:

„Ich bin ein Befürworter der Nutzung von Bodycams. Immer Öfter werden Einsätze der Behörden bezweifelt, besonders dann, wenn Gewalt im Spiel ist. Wenn Diskussionen entstehen, ist es immer gut, wenn Beweismaterial vorliegt, damit es nicht bei Aussage gegen Aussage bleibt. Dies ist ein Instrument, mit dem man solche Diskussionen vermeiden kann. Überdies bieten diese Bilder auch nützliches didaktisches Material für z.B. Unterrichte in den Polizeischulen.“

Staatsrat prüft

Nach Angaben von Bundesinnenminister Jan Jambon (N-VA) könnte es schon zügig zu einer Ausrüstung von Polizisten mit Bodycams kommen. Derzeit liege ein entsprechender Gesetzesvorschlag beim Staatsrat zur Prüfung, so Jambon. Der Vorschlag sieht zunächst vor, dass Beamten solche Kleinkameras nach einem Hinweis von Umstehenden oder Zeugen einsetzen können oder für die Dauer von entsprechenden Interventionen.