"Zu viele Flüchtlinge am Nordbahnhof"

Die Zahl der Flüchtlinge, die im Umfeld des Brüsseler Nordbahnhofs Unterschlupf suchen, steigt von Tag zu Tag. Derzeit befinden sich dort täglich rund 700 Männer und Frauen, vor allem aus afrikanischen Ländern, die einen Weg in Richtung Großbritannien suchen. Der Bürgermeister von Schaarbeek, auf dessen Boden sich der Nordbahnhof befindet, ruft bei der Bundesregierung um Hilfe.

Seit Beginn der Sommermonate steigt die Zahl der Flüchtlinge, die auf dem Weg in Richtung Großbritannien die belgische Hauptstadt als Zwischenstation auserkoren haben. Sie konzentrieren sich dabei seit einigen Wochen auf das Umfeld des Brüsseler Nordbahnhofs, da sie aus dem nahegelegenen Maximilianpark regelmäßig von der Polizei vertrieben werden.

Die meisten dieser Migranten sind Afrikaner, die nicht vorhaben, hier in Belgien einen Asylantrag zu stellen. Die meisten kamen über das Mittelmeer nach Italien und suchten sich einen Weg in Richtung Norden. Sie befinden sich de facto illegal in der Europäischen Union, da sie sich, wenn überhaupt, in Italien haben registrieren lassen und eigentlich bis auf weiteres dort bleiben müssen.

Inzwischen befürchtet Bernard Clerfayt (DéFi - kl. Foto), der Bürgermeister des Brüsseler Stadtteils Schaarbeek, auf dessen Gebiet sich der Nordbahnhof befindet, dass die Situation außer Kontrolle gerät. Die Bewohner und die Geschäftsleute des Viertels beschweren sich und auch bei der Bahn im Bahnhof steigt der Unmut, denn die vielen illegalen Transmigranten sorgen auch für Unrat und ähnliches.

Nicht Sache der lokalen  Behörden

Clerfayt ruft jetzt die belgische Bundesregierung um Hilfe: „Am Anfang der Ferien waren hier 100 Leute. Danach waren es 300 bis 400 und mittlerweile halten sich rund 700 Flüchtlinge in Bahnhof und um Maximilianpark auf. Ich verlange, dass die Bundesregierung daran etwas ändert. Doch Asyl-Staatsekretär Theo Francken (N-VA) lehnt dies ab. Doch die Regierung muss einfach reagieren. Dies ist mehr Sache der lokalen Behörden.“

Werben Unternehmer Illegale für Billigjobs an?

Bundesarbeitsminister Kris Peeters (CD&V) schickt unterdessen Arbeitsinspektoren in den Brüsseler Maximilianpark und zum Nordbahnhof. Diese sollen herausfinden, ob dubiose Arbeitgeber aus unserem Land dort illegal im Land befindliche Flüchtlinge für Billigjobs anwerben. Der Minister gab dazu ab, auf entsprechende Hinweise zu reagieren.

„Dabei handelt er sich nach aller Wahrscheinlichkeit um erbärmliche Arbeitsumstände, um Arbeit, bei der keine Sozialleistungen gezahlt werden und die Gegenstand von unlauterer Konkurrenz gegenüber legal arbeitenden Unternehmen darstellt“, so Peeters. Bei der Arbeitsinspektion hieß es dazu, dass man bereits mit der Staatsanwaltschaft zusammenarbeite.

"Flüchtlingslager" Maximilianpark