Nordkorea: Belgien fordert diplomatische Lösung

Belgiens Außenminister Didier Reynders (MR) ist der Ansicht, dass es im Rahmen der internationalen Spannungen mit Nordkorea zu einer diplomatischen Lösung kommen müsse und nicht zu einer militärischen. Neben China könne die Europäische Union hier auch eine tragende Vermittlerrolle einnehmen, so Reynders.
AP2013

Für Außenminister Reynders (kl. Foto) liegt die Schlüsselrolle für diplomatische Verhandlungen mit Nordkorea eindeutig bei den Chinesen, doch auch die EU könne und solle als Vermittler hier durchaus eine wichtige Rolle einnehmen. Gegenüber den Nachrichtenredaktionen der VRT und von Bel RTL deutete Reynders an, die Spannungen um Nordkorea und das Nuklearwaffenprogramm seien „sehr gefährlich“.

Auch vor dem Hintergrund der atomaren Bewaffnung der Nordkoreaner sein eine militärische Eskalation der Spannungen kein Weg zur Lösung der Probleme. Im Gegensatz zu Russland Präsident Wladimir Putin sieht der belgische Außenminister wirtschaftliche Sanktionen sehr wohl als ein wichtiges Druckmittel gegen Nordkorea an.

In Sachen Vermittlerrolle der EU erinnerte Reynders gegenüber der VRT am Dienstagmorgen an die Verhandlungen rund um das Nuklearprogramm mit dem Iran. Hier habe Europa eine wichtige Rolle spielen können, als sich Gespräche mit den USA als unmöglich erwiesen. Falls Gespräche zwischen Nordkorea auf der einen und China sowie den USA auf der anderen Seite scheitern, könnte die EU als ein neutralerer Vermittler einspringen, so der belgische Außenminister.

Handelssanktionen? Auch Belgien macht Geschäfte mit Nordkorea

Die flämische Tageszeitung De Morgen erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass der Ruf nach Wirtschaftssanktionen gegen die Nordkoreaner international immer lauter werde. US-Präsisent Trump will alle Staaten, die mit der isolierten asiatischen Diktatur Handel treiben, auch von der Liste der amerikanischen Handelspartner streichen. Das würde, so De Morgen, Belgien im Allgemeinen und Flandern im Besonderen treffen.

2016 exportierte das belgische Bundesland Flandern, das für 90 % der belgischen Exporte nach Nordkorea steht, Waren und Güter im Wert von 768.000 € dorthin. Laut dem Exportamt Flanders Investment & Trade betrifft dies 0,00025 % des gesamten Exportvolumens.

Hauptsächlich handelt es sich dabei um Milchprodukte, Eier, Honig, Pharmaprodukte, Holz und Holzkohle sowie um Kupfer oder andere Metalle. Daneben kann dies aber auch sogenannte „vertrauliche“ Produkte betreffen, wie z.B. Diamanten, Chemie oder Edelmetalle.