Immer mehr Staus, auch außerhalb von Hauptverkehrszeiten

Staus während der Hauptverkehrszeiten sind wohl kaum etwas Neues, aber wir müssen inzwischen auch während der verkehrsschwachen Zeiten immer häufiger unseren "Schleichryhthmus" einlegen. Das geht aus dem Staubarometer von Touring Mobilis hervor. Insbesondere zwischen 10 Uhr morgens und 15 Uhr am Nachmittag hat der Verkehr stark zugenommen.

Etwas später zur Arbeit fahren ist also keine Lösung mehr  zur Umgehung von Staus.

"Wir sehen schon seit mehreren Jahren, dass die Staus weiter zunehmen", betont Hajo Beeckman, Verkehrsanker bei der VRT. "Wenn man das nun auf die Staulänge umrechnet, stellen wir die größte Zunahme außerhalb der Hauptverkehrszeiten fest, genauer gesagt zwischen 10 Uhr morgens und 15 Uhr am Nachmittag. In diesem Zeitraum haben wir eine exponentielle Zunahme der Staus registriert."

2015 wurden 72 Stunden lang mehr als 100 Kilometer Stau zwischen 10 und 15 Uhr gemessen. Im Jahr 2016 waren es 84 Stunden und in diesem Jahr gar 159 Stunden. Das sind mehr als doppelt so viele Stunden in nur zwei Jahren.

Die Hauptursache für die Zunahme der Staus ist, dass wir mehr Verkehrsteilnehmer geworden sind. Auch die spätere Abfahrtszeit spielt eine Rolle. "Viele Menschen suchen alternative Uhrzeiten. Sie fahren nach den Hauptverkehrszeiten los und nicht mehr während dieser, um lange Wartezeiten zu umgehen", so Beeckman. "Auch bestimmte wirtschaftliche Entwicklungen wie die E-Commerce bringen häufiger Frachtverkehr auf die Straßen."

Solange wir beim Thema Arbeitsplatz nicht umdenken und die Politik keine Maßnahmen nimmt, wird fließender Verkehr künftig also eher die Ausnahme sein.