Wie Antwerpen gegen die Kokain-Maffia vorgeht

Antwerpen hat den Kampf gegen die Kokain-Maffia aufgenommen. Dabei arbeiten alle betroffenen Bereiche eng zusammen. Das betrifft sowohl Justiz und Polizei, als auch die Hafenbehörden und die Reedereien. Inzwischen warnt die Kriminalpolizei vor einer möglichen Unterwanderung von Polizei, Zoll, Gericht und Wirtschaft durch die Drogenmaffia.

Das in Antwerpen und genauer im dortigen Hafen ein Drogenkrieg herrscht, ist eigentlich nichts Neues. Dass aber sämtliche betroffenen Behörden in Stadt und Hafen gemeinsam und massiv dagegen vorgehen, ist in dieser Form noch nicht vorgekommen. Doch dieser Kampf wird kein leichtes Unterfangen sei, denn gerade im internationalen Drogen- und Kokainhandel geht es um Geld, um viel Geld und damit kann man auch Menschen kaufen. Gerade davor warnt jetzt ein Bericht der Antwerpener Kripo.

Darin ist zu lesen, dass die Kriminellen immer öfter und immer offensiver versuchen, Polizisten und Zöllner zu kaufen und zu beeinflussen. Dabei wurden und werden enorme Summen bis zu hunderttausenden Euro angeboten - offenbar auch mit Erfolg in der Vergangenheit, wie die Polizei meldet. Inzwischen befürchten die Ermittler, dass diese Infiltrationsversuche auf alle strategischen Bereiche im Hafen, über die Kokain ins Land und nach Europa kommt, ausgeweitet werden.

Belgiens Innenminister Jan Jambon (N-VA) zeigte sich von dem Polizeibericht nicht wirklich überrascht: „Wenn die Drogenkartelle es schaffen, Hafenarbeiter zu kaufen, warum sollte dies nicht auch bei den Behörden gelingen. Die schrecken vor nichts zurück.“ Früher konnten gekaufte Hafenarbeiter Handlanger der Maffia leicht zu den Containern führen, in denen Drogen geschmuggelt wurden. Heute wird der Hafen streng bewacht und es ist nicht mehr so einfach zu erfahren, wo welches Schiff mit welchen Containern angelegt hat.

Klar ist, dass die Koks-Maffia jetzt versucht, Einfluss auf Behörden-, Polizei- und Justizebene zu nehmen. Eine „interdisziplinäre“ Herangehensweise von Polizei und Hafenbehörden gegen die Maffia-Korruption in Antwerpen drängt sich also förmlich auf. Nebenbei bemerkt: In den vergangenen drei Jahren beschlagnahmte die Drogenfahndung im Antwerpener Hafen rund 30.000 Kilogramm Kokain. Das ist sechs Mal mehr als in den drei Jahren zuvor.