Was meint der Staatssekretär für Migration mit "aufräumen"?

Ein Facebook-Bericht des Staatssekretärs für Asyl und Migration, Theo Francken (N-VA), über Flüchtlinge im Maximiliaanpark in Brüssel hat eine Welle der Entrüstung in den sozialen Medien ausgelöst. Eigentlich wird nicht der Bericht selbst, sondern, der Hashtag #opkuisen (dt. auf-/wegräumen/säubern) scharf kritisiert.

In den vergangenen Wochen hatte die Polizei ein Dutzend Migranten im Maximiliaanpark und auf dem Brüsseler Nordbahnhof festgenommen. Am gestrigen Mittwoch fand eine weitere Razzia statt. Und das findet Francken offenbar gut. "Am Morgen 14 Menschen im Maximiliaanpark festgenommen und 9 am Nordbahnhof, 3 als minderjährig geltende Personen. Laut Polizeiangaben kaum Volk im Park # wegräumen", schrieb er auf Facebook.

Insbesondere "#opkuisen" wurde von vielen Menschen kritisiert. "Müll muss man wegräumen, Menschen nicht", twitterte die Partei Groen.

Der Abgeordnete von Groen, Wouter De Vriendt, kritisiert, dass niemand von den Koalitionspartnern der Mehrheit reagiert.

Auch bei den flämischen Sozialisten ist man entrüstet. Der ehemalige Staatssekretär Bruno Tuybens spricht von einer "erniedrigenden und menschenverachtenden Wortwahl", die "besonders besorgniserregend" sei.

Doch Francken verteidigt sich. "Ich wurde falsch verstanden. Ich räume keine Menschen weg, sondern Probleme aus dem Weg und werde das auch weiterhin machen", schreibt er an diesem Donnerstag auf Facebook.

Inzwischen hat Premier Charles Michel (MR) den Sprachgebrauch des Staatssekretärs für Asyl und Migration Theo Francken (N-VA) öffentlich kritisiert. "Ein solcher Sprachgebrauch ist unangebracht", sagte er. "Francken hat seinen Bericht abegeändert."

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