Teuer verkauft: Billige Medikamente im neuen Kleid

Wirtschaftsminister Kris Peeters will der Verschleierung von Medikamenten-Preisen durch Pharmabetriebe ein Ende bereiten und kündigt verschärfte Kontrollen bei der Preisgestaltung an. Er hat dabei vor allem den Parallel-Import von Arznei im Visier.
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Den Pharmakonzernen wird vorgeworfen, billige Medikamente in Belgien einzuführen, diese in neue Verpackungen zu stecken und ihnen manchmal sogar einen neuen Namen zu geben und damit dann auf dem Markt abzukassieren. Das billige, Blutdruck senkende Medikament Valsartan wurde auf diese Weise plötzlich zum teureren Medikament Diovane.

Peeters will seine Beamte nun mit mehr Kontrollmacht ausstatten. So sollen sie künftig die Buchhaltung von Pharmaunternehmen anfordern dürfen. Heute sind sie bei der Preisgestaltung dazu gezwungen, fast blind den Pharmabetrieben zu vertrauen.

Letztere müssen zwar ihre Preisgestaltung mit detaillierten Zahlen belegen, doch in der Praxis, so Peeters, kämen die Beamte gar nicht immer an alle Informationen heran.

Ein Parallel-Import ist ansich legal, aber das Wirtschaftministerium stellt sich Fragen bei der Preisgestaltung der Importeure. Diese behaupten, dass sie ihre Preise zu 100 Prozent verantworten könnten. Die neuen Regeln geben den Beamten künftig die Möglichkeit, diese Verantwortung strenger zu kontrollieren.