Krankschreibungen: Neue Richtlinien für Ärzte

Belgiens Gesundheitsministerin Maggie De Block (OpenVLD) kündigt neue Richtlinien für Krankschreibungen an. Ärzte, die auffallend oft Patienten krankschreiben, werden strenger überprüft und müssen entsprechende Atteste rechtfertigen. Wer gegen die diesbezüglichen Auflagen verstößt, muss mit Sanktionen rechnen.
Cedric Hatto

Das allgemeine belgische Ärztesyndikat BVAS ist mit dem Vorhaben von Gesundheitsministerin De Block nicht unbedingt einverstanden und versteht den Vorgang als Einmischung in das Arztgeheimnis und warnt vor Stigmatisierung von sowohl Patienten, als auch Medizinern. Die Vereinigung der Brüsseler Hausärzte BHAK hingegen sieht auch Vorteile in dieser Maßnahme und führt an, dass es Patienten gibt, die Druck auf z.B. ihren Hausarzt ausüben, um eine Krankschreibung zu erhalten (unter Umständen auch mit Gewalt).

Diesem Druck könne man mit der neuen Richtlinie der belgischen Regierung leichter widerstehen. Die Regierung hatte vor einiger Zeit strengere Maßnahmen gegen Fehlzeiten am Arbeitsplatz angekündigt. Zugleich sollten Langzeitkranke besser begleitet werden, um sie schneller wieder an ihren Arbeitsplatz schicken zu können. Der stets hohe Krankenstand bei den hiesigen Arbeitnehmern führt zu extrem hohen Ausgaben in Gesundheits- und Sozialbereich. Derzeit liegt die Zahl der Berufstätigen in Belgien, die sich krankheitsbedingt zuhause aufhalten, bei rund 370.000 Personen.

Nach einem Bericht in der Samstagsausgabe der flämischen Tageszeitung De Morgen wird die Kranken- und Invalidenversicherung (RIZIV/LIKIV) jetzt angewiesen zu überprüfen, ob einige Ärzte häufiger Krankmeldungen ausstellen als der Durchschnitt in den Statistiken. Sollte ein Missbrauch festgestellt werden, z.B. durch häufige Krankschreibungen, die sich nicht nachvollziehen lassen, drohen den jeweiligen Ärzten nach den neuen Richtlinien von Ministerin De Block Sanktionen. In einer ersten Instanz soll dabei der Fokus auf Atteste wegen Burn-out oder Depressionen gelegt werden.