Der RSC Anderlecht und René Weiler trennen sich

Nur wenige Monate nach der Meisterschaft packt Anderlecht-Trainer René Weiler seine Sachen. Ein allgemein schlechter Saisonauftakt und eine Spielweise, die kaum Aussichten auf Erfolg gibt, sorgten beim Rekordmeister für eine heftige Krisenstimmung. Der Schweizer René Weiler hat bereits einige Krisen überstanden, doch das schmale der Punkteverlust nach dem 2:2 gegen KV Kortrijk gab ihm jetzt den Rest.

Seit etwas mehr als einem Jahr war René Weiler, der vom 1. FC Nürnberg nach Brüssel kam, Trainer beim belgischen Rekordmeister RSC Anderlecht. Der Schweizer übernahm das Ruder vom glücklosen Besnik Hasi und führte seinen neuen Verein durch einige Krisen dann doch in die Meisterschaft und bis ins Viertelfinale der Europa League.

Allerdings schaffte es Weiler nach Ansicht von Sportjournalisten nie wirklich, sich Respekt zu verschaffen oder Kredit aufzubauen. Beim Vorstand blieb er stets umstritten und bei den Anderlecht-Fans konnte er niemals Ansehen erzielen - auch nicht durch die Meisterschaft. Weilers Spiel fand einfach keine Zustimmung und dies setzte sich in der laufenden Saison fort. Resultat: Nur 9 von 21 möglichen Punkten auf dem Konto und nur ein 9. Platz in der Tabelle, weit von den 18 Zählern entfernt, die Erzrivale Club Brügge an der Tabellenspitze aufweist.

René Weiler hatte einfach keine Chance mehr und den letzten Rest an Kredit hatte er mit dem 0:5 bei den Bayern und dem 2:2 in Kortrijk verspielt. In einer kurzen Pressemitteilung zur Entlassung des Trainers hieß es beim RSC Anderlecht: „Der Verein bedankt sich bei René Weiler für seinen Einsatz, seine Leistungen und seine Professionalität. Der heutige technische Staff (Nicolas Frutos, David Sesa und Thomas Binggeli) übernimmt ad interim die sportliche Leitung über die erste Mannschaft.“

Kurz danach wurde bekannt, dass Weiler selbst die Reißleine gezogen hatte. Noch im Stadion von Kortrijk habe er nach dem 2:2 dem Vorstand gesagt, dass es so nicht weitergehen könne, gab VRT/Sporza-Kollege Peter Vandenbrempt zu verstehen: "Er geht weg als ein unverstandener Coach." Zuvor hatten Anderlecht-Fans lautstark seinen Rauswurf gefordert. Vereinspräsident Roger Vanden Stock und Manager Herman Van Holsbeeck sollen noch versucht haben, ihn zurückzuhalten, doch es sollte nicht mehr sein.

Zwei Erstligaspiele am Sonntagabend

Am Sonntagabend fand der 7. Spieltag mit zwei Kellerduellen seinen Abschluss. AA Gent gewann mit 0:2 gegen KV Ostende und damit bleibt die Küstenmannschaft mit nur einem Zähler Letzter. Gent ist mit jetzt 6 Punkten aber auch nur Tabellen-Zwölfter.

Die AS Eupen trennte sich vor eigenem Publikum mit einem 1:1 gegen Standard Lüttich. Beide Tore fielen in einer spannenden ersten Halbzeit. Eupen feierte diesen einen Punkt wie einen Sieg, während bei Standard Lüttich weiter die Köpfe hängen. In der Tabelle „führt“ Standard auf Rang 13 mit 6 Punkten vor Eupen mit 4 Zählern.