PKW-Maut? Die Belgier bleiben zurückhaltend

Die Autofahrer in Belgien halten von einer kilometerabhängigen PKW-Maut nicht sehr viel, wie eine Umfrage des Mobilitätsclubs VAB ergab. Zum einen glaubt nur etwa jeder zehnte Autofahrer, dass dies ein Weg sein könnte, um Staus zu vermeiden und zum anderen ist die Bereitschaft nur dann groß, wenn die PKW-Maut nur wenig oder am besten gar nichts kostet…

Die flämische Landesregierung beschäftigt sich schon länger mit einer „schlauen“ kilometerabhängigen PKW-Maut, bei der die entsprechenden Gebühren je nach Zeitpunkt oder/und Ort der Fahrt berechnet werden sollen. Im Zuge dessen würden die Verkehrssteuer und die einmalige Registrierungs-Gebühr eines Autos gestrichen.

Der Autofahrerverband VAB befragte dazu im Zuge der Woche der Mobilität 2.000 repräsentativ ausgesuchte Autofahrer (ab 18 Jahre) aus allen Landesteilen Belgiens. 8 von 10 Autofahrern, die pro Jahr weniger als 15.000 km mit dem Auto zurücklegen, sind a priori eher für eine intelligente PKW-Maut. Dies ist mit Vorsicht zu genießen, denn konkret lehnen Teile dieser Gruppe eine solche Maut bei Einführung doch eher ab, wie der VAB ergänzte. Bei denen, die mehr als 15.000 km im Jahr fahren, spricht sich nur knapp die Hälfte eher für eine solche Maut aus.

Nach Ansicht von Maarten Matienko vom VAB ist dies ein logisches Resultat, denn wer sich einen finanziellen Vorteil erhofft, z.B. Fahrer, die weniger mit dem eigenen Auto unterwegs sind, sind eher für eine Maut und die Vielfahrer sprechen sich eher dagegen aus. Hinzu kommt noch, dass je konkreter diese Maut wird, je mehr Betroffene sie ablehnen. 37 % der Autofahrer halten eine Kilometer-Maut im Umkreis von großen Städten eher für sinnvoll. Doch in ländlichen Gegenden ist nur noch etwa jeder Siebte dafür.

Noch nicht für morgen

Beim VAB ist man nach dieser Studie der Ansicht, dass eine kilometerabhängige, sprich eine intelligente PKW-Maut, noch keinen ausreichenden Rückhalt in der Gesellschaft hat. Und doch sind 10 % der belgischen Autofahrer der Überzeugung, dass dies ein probates Mittel gegen Staus sein könnte.

Noch aber ist es nicht soweit. Flanderns Landesverkehrsminister Ben Weyts (N-VA) hat vor kurzem eine neue diesbezügliche Studie in Auftrag gegeben, deren Resultate ohnehin erst 2018 erwartet werden. Eine entsprechende Entscheidung muss sowieso die nächste flämische Landesregierung treffen, denn 2019 wird gewählt. Bis dahin stehen noch viele Autofahrer im Stau…