Antwerpen: "Hafenklasse" für flämische Schüler

Die Hafengemeinschaft Antwerpen und die Region Waasland in der Provinz Antwerpen wollen ab dem kommenden Schuljahr sogenannte „Hafenklassen“ organisieren. Flämische Schulen bieten seit vielen Jahren schon mehrtägige Ausflüge, die sich themengerecht „Seeklassen“ oder „Waldklassen“ nennen. Jetzt sollen Mittelschüler auch mehrere Tage lang schulisch im Antwerpener Hafen unterwegs sein können.

Das Unterrichtsprogramm entspricht den Lernzielen, die das Bildungswesen im belgischen Bundesland Flandern vorgibt, und beinhaltet Technik, Umwelt, Natur und Landschaft - Themen, die nach Ansicht der Initiatoren den allgemeinen Hafenbereich ergänzen. Weitere hafenspezifische Themen befinden sich derzeit aber noch in einem Stadium der Entwicklung und die Finanzierung soll im Rahmen der Maximalausgaben der angesprochen Schulen bleiben.

Die Schüler können während dieser „Hafenklassen“ in Jugendheimen in Hafennähe untergebracht werden, wie Antwerpens Hafenschöffe Marc Van Peel (CD&V) dazu angibt. Er richtet sein Augenmerk vor allem auf Schüler im 2. Grad der Mittelschule, also Schüler im Alter zwischen 14 und 16 Jahren.

Das Vorhaben ergänzt den Rahmen des Projektes „Hafenland“, dass sich mit der Verbundenheit des Antwerpener Hafens mit seiner näheren und weiteren Umgebung beschäftigt. Am kommenden Sonntag werden alle an den „Hafenklassen“ beteiligten Instanzen eine entsprechende Charta unterzeichnen.

Der Antwerpener Hafen und das flämische Bildungswesen schließen sich diesem Vorhaben aber auch aus wirtschaftlichen Gründen an, denn über die „Hafenklassen“ könnten sich für einige Jugendliche Berufsperspektiven ergeben. Nicht nur der Hafen von Antwerpen sucht händeringend nach Arbeitskräften in allen Bereichen, denn der Arbeitsmarkt kann der allgemeinen wirtschaftlichen Expansion der Häfen nicht wirklich folgen (siehe nebenstehenden Beitrag zum flämischen Hafentag).