Verdächtiger Polizist in Terrorismusfälle verwickelt?

Ein Brüsseler Polizist, der verdächtigt wird, vertrauliche Informationen aus laufenden Terrorismus-Ermittlungen weitergegeben zu haben, soll in Kontakt zu Yassine Atar (Foto) gestanden haben. Atar ist der Bruder von Oussama Atar und der Neffe der Brüder El Bakraoui, die sich am 22. März in Brüssel und Zaventem in die Luft sprengten. Den Kontakt soll er vor den Anschlägen gehabt haben.

Der Brüsseler Polizist wurde am Montag festgenommen. Er wird der Korruption und Verletzung des Berufsgeheimnisses verdächtigt.

Er soll vertrauliche Informationen an Personen weitergegeben haben, die in Zusammenhang mit der Terrorismusakte stehen. Aus vertraulichen Quellen hat die VRT erfahren, dass der Mann über Whatsapp in Kontakt zu Yassine Atar, dem Bruder von Oussama Atar gestanden habe. Oussama Atar wird als der Kopf hinter den Anschlägen des 22. März in Brüssel und Zaventem vermutet. Die Brüder Atar sind zudem Neffen der Brüder El Bakraoui, die sich in Maalbeek und Zaventem in die Luft sprengten.

Der Kontakt soll vor den Anschlägen stattgefunden haben. Über den Inhalt der Berichte gibt es noch keine Informationen, aber sie reichtem dem Untersuchungsrichter für eine Verhaftung aus.

Wer ist Yassine Atar?

Yassine Atar ist der jüngere Bruder von Oussama Atar, der als der Kopf hinter den Anschlägen vom 22. März 2016 in Belgien vermutet wird. Er sitzt seit 27. März 2016, fünf Tage nach den Anschlägen, in Haft. Ihm wird die Teilnahme an terroristischen Aktivitäten zur Last gelegt. Welche Rolle er genau innerhalb der Terrorzelle gespielt hat, ist bis heute nicht eindeutig. Fest steht jedoch, dass er eine Rolle gespielt hat.

"Nicht gleich ganzen Polizeiapparat in Frage stellen"

Wie alle anderen knapp 45.000 Polizisten sei auch der Polizist, der Informationen weitergegeben habe, gescreent worden. Das hat inzwischen Belgiens Innenminister Jan Jambon wissen lassen.

"Wir haben 45.000 Polizisten, die sich täglich für unsere Sicherheit einsetzen. Wenn in solch einem großen Korps, ab und zu einer ausschert, sollte man nicht gleich den ganzen Polizeiapparat in Frage stellen. Wir tun jeden Tag alles, um die Demokratie zu schützen."