Brüssel: Werbeverbot für "Sugardating"-Webseite

Brüsseles Ministerpräsident Rudi Vervoort (PS) hat ein Werbeverbot für eine Dating-Webseite verhängt, die mit dem Slogan "Rich Meet Beautiful" junge Frauen und wohlhabende ältere Männer verkuppeln will. Diese aus Norwegen kommende Webseite versucht mit mobilen Werbeplakaten unter anderem vor Universitäten Studenten dafür zu interessieren, sich mit reichen Männern zu treffen.

Diese auf Lastwagen montierten Werbeplakate des sogenannten „Sugardating“-Werbefeldzugs waren unter anderem auf dem Campus der beiden Brüsseler Universitäten ULB (frankophon) und VUB (niederländisch-sprachig - kl. Foto) zu sehen. Studenten, Professorenschaft und Personal dieser Universitäten reagierten mit Empörung auf diese Werbeaktion und brachten sie sogar mit Prostitution in Verbindung.

Die Studentenvereinigungen kündigten rechtliche Schritte an und sowohl ULB, als auch VUB ließen die mobilen Werbetafeln bereits am Dienstag entfernen und verbieten. Auch andere Gremien reagierten mit Ablehnung und verschiedene Ethik-, Frauenrechts- und Gleichstellungs-Behörden reichten Klage ein. Inzwischen ist das Problem auch bei der Politik gelandet. Inzwischen begann die Brüsseler Staatsanwaltschaft mit Ermittlungen und das entsprechende Werbefahrzeug wurde beschlagnahmt.

Die Kampagne „Rich Meet Beautiful“ richtet sich offenbar direkt an Studentinnen zwischen 18 und 26 Jahren, die nach Wegen suchen, um ihre finanziellen Probleme zu lösen. Die Datingseite will solche jungen Frauen mit wohlhabenden älteren Männern verkuppeln. Auf Kritik ließ sich nicht lange warten. Doch es gibt auch Kritik an der Kritik. Kommentatoren werfen den Kritikern Doppelmoral vor, denn schließlich toleriere man Prostitution in den Rotlichtvierteln und auch entsprechende Anzeigen und Werbungen in populären Tageszeitungen im ganzen Land.