Flandern: De Lijn testet selbstfahrende Busse

Die flämische Nahverkehrsgesellschaft De Lijn testet in Genk (Prov. Limburg) und in Mechelen (Prov. Antwerpen) ob selbstfahrende elektrische Shuttelbusse in der Praxis einsetzbar sind. Eine entsprechende Studie soll im kommenden Jahr abgerundet werden. Inzwischen bestellte die Brüsseler Verkehrsgesellschaft MIVB/STIB einige kleinere E-Busse für den Innenstadtverkehr.

Falls sich die rund ein Jahr dauernden Praxistests mit selbstfahrenden Kleinbussen in Genk und Mechelen als positiv erweisen, könnte bereits 2019 eine entsprechende Ausschreibung erfolgen, um etwa ein bis zwei Jahre später möglicherweise solche Fahrzeuge bereits einzusetzen.

Untersucht wird jetzt, welche Infrastruktur für solche Nahverkehrsmöglichkeiten erforderlich sind und auf welcher Art Buslinie solche selbstfahrenden Fahrzeuge geeignet sein könnten. Die Tester werden dies auch mit potentiellen Nutzern und Pendlern erörtern und auch mit dem Handel in Innenstädten und verkehrsberuhigten Zonen.

Die Flughafenverwaltung am Brüsseler Nationalflughafen in Zaventem hat entsprechende Versuche bereits durchgeführt und für positiv beschieden. Aus diesem Grunde hängt sich der Airport auch an die neuen Test von De Lijn, denn die flämische Nahverkehrsgesellschaft ist hier zuständig, da Zaventem Teil der Provinz Flämisch-Brabant ist.

Flanderns Landesverkehrsminister Ben Weyts (N-VA - kl. Foto) hält selbstfahrende Busse für eine Spitzentechnologie, die die Zukunft sei, wie er gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion andeutete: „Der Flughafen ist Privatgelände, was Tests weniger komplex macht. In einer städtischen Umgebung ist dies weniger einfach. Das hält und aber nicht davon zurück, mit den Untersuchungen zu beginnen.“ Die Technologie als solche besteht bereits und wird weltweit genutzt.

Bald nur noch E-Busse in Brüssel?

Wie sich die Region Brüssel-Hauptstadt hier verhalten wird, bleibt abzuwarten. Hier hat die regionale Verkehrsgesellschaft MIVB/STIB gerade fünf elektrisch betriebene Kleinbusse für den Innenstadtverkehr in Auftrag gegeben.

Laut der Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ kauft die Gesellschaft diese Busse bei einem nicht genannten Hersteller für einen Preis von 5,6 Mio. €. Dabei handelt es sich im Standard-E-Busse, die zu nächtlicher Stunde aufgeladen werden können und tagsüber lange autonom unterwegs sein sollen. Diese Busse sollen 2018 in der Praxis in der belgischen Hauptstadt getestet werden.

Inzwischen steht auch die Bestellung von 235 Hybrid-Bussen für die MIVB/STIB bevor. Hier könnten die ersten Fahrzeuge, die abwechselnd und ergänzend auf Strom oder Diesel fahren, bereits 2018 eingesetzt werden. Nach Angaben von Brüssels regionalem Mobilitätsminister Pascal Smet (SP.A) sei dies der erste Schritt vor einer vollständigen Umstellung auf E-Busse bis 2030.