Weitere Findelkinder in Antwerpens Babyklappe

Seit April wurden in der Antwerpener Babyklappe der Vereinigung “Mütter für Mütter“ drei Neugeborene abgelegt. Die drei kleinen Jungs sind wohlauf. Seit diese Babyklappe besteht, wurden dort 13 Kinder hineingelegt. Eine ähnliche Initiative in Brüssel stößt auf kommunaler Ebene auf Ablehnung, was die „Mütter für Mütter“ in Antwerpen nicht verstehen.

Seit der Meldung zum Fund von Anna, Anfang April dieses Jahres, in der Babyklappe von Antwerpen wurden drei weitere Neugeborene dort abgelegt. Die drei Jungs, die die Namen Theo, Simon und Felix erhielten, sind gesund und munter und kamen bei Pflegefamilien unter. Interessant dabei ist, dass bei einem der Kinder der Umschlag mit dem sogenannten „Puzzlestück“ mitgenommen wurde. Dies ermöglicht der Mutter des Kindes, mit der Vereinigung „Mütter für Mütter“ bzw. mit dem Kind Kontakt aufzunehmen.

Die Antwerpener Babyklappe wurde im Jahr 2000 eingerichtet und in den 17 Jahren Bestehen wurden dort 13 Kinder zurückgelassen. Aus späteren Kontakten mit den Müttern oder mit anderen Angehörigen der Kinder ist ersichtlich, dass rund 80 % dieser Neugeborenen nicht aus der Antwerpener Region kommen, sondern aus anderen Landesteilen in Belgien. Deshalb rät die Vereinigung „Mütter für Mütter“ auch dazu, weitere Babyklappen einzurichten.

Aus diesem Grunde sind die „Mütter für Mütter“ so enttäuscht darüber, dass eine ähnliche Initiative im Brüsseler Stadtteil Evere auf deutliche Ablehnung stößt. Die dortige Gemeindeverwaltung nannte die Idee „überflüssig“ und eine „Ermöglichung von kriminellen Straftaten“. Katrien Beyers von „Mütter für Mütter“ gab in einer Reaktion zu verstehen, dass eine Babyklappe bei weitem nicht die beste Lösung für ratlose Mütter sei: „Es gibt Alternativen, doch wir müssen feststellen, dass nicht jeder den Weg zu diesen Alternativen finden will, finden kann oder den Mut dazu hat.“

Strafbar

Tatsächlich ist das Ablegen eines neugeborenen Kindes in eine Babyklappe laut belgischem Gesetzbuch strafbar. Die „Mütter für Mütter“ würden sich freuen, wenn sich der Gesetzgeber in dieser Frage an der deutschen Richtlinie orientiert. In unserem Nachbarland wird ein Unterschied zwischen dem Zurücklassen eines Neugeborenen an einem „sicheren Ort“ oder einen „Zufallsort“ gemacht.

Letzteres ist in Deutschland strafbar, ersteres deutlich nicht. Eine weitere Alternative für ratlose Mütter könnten sogenannte „anonyme Geburten“ sein. Dies ist in Frankreich möglich und bietet ebenfalls eine Möglichkeit, später doch Kontakt aufzunehmen.