"Rich Meet Beautiful"-Kampagne abgeblasen

Die Dating-Webseite "Rich Meet Beautiful", die mit mobilen Werbeplakaten vor Brüsseler Unis „mittellosen“ Studentinnen empfahl, sich mit wohlhabenden älteren Männern zu treffen, zieht ihre Werbekampagne zurück. Der norwegische Geschäftsmann Sigurd Vedal (Foto) gab bekannt, dass er von dieser hier äußerst umstrittenen PR-Kampagne absieht.

Nach eigenem Bekunden ist Vedal über die Aufregung, die seine „Sugardating“-Kampagne in Belgien ausgelöst hat, erschrocken. Studentenverbände, Gleichstellungsgremien, politische Parteien und viele mehr hatten scharfe Kritik geäußert und das Unternehmen mit Anstiftung zur Prostitution verglichen. Nicht zuletzt ging die Stadt Brüssel juristisch gegen die Plakatwerbung vor und beschlagnahmte die entsprechenden Werbemobile.

Bei der „Sugardating“-Kampagne sollten junge Frauen - sprich Studentinnen - mit wohlhabenden Männern zusammengebracht werden, um so ihre Finanzprobleme lösen zu können. Die Brüsseler Staatsanwaltschaft hatte tatsächlich ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Anstiftung zur Unzucht eröffnet. Die Stadt Brüssel und auch die Region Brüssel-Hauptstadt hatten die Werbeaktion generell untersagt.

Der Initiator und CEO der europaweit bekannten Dating-Webseite, Sigurd Vedal, sollte am Mittwochabend übrigens in einer VRT-Latenight-Talkshow „De afspraak“ („Die Verabredung“)auftreten, sah davon allerdings ohne Abmeldung ab. Wahrscheinich befürchtete er, sich vor der hiesigen Justiz verantworten zu müssen. Eine entsprechende Vorladung ließ die Justiz ihm jedenfalls zukommen.